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Aktuelles Alltag Frauenfrage - Kolumne Gesellschaft

Frauensport ist nicht spannend, höchstens sexy

Wenn Frauen Sport treiben, schaut kaum jemand zu und wenn doch, dann nur um knackige Hintern zu bewundern.

„Frauenfrage“ eine Kolumne von Louisa Albrecht

„Mädchen können kein Fußball spielen!“, heißt es oftmals. Wenn die deutschen Frauen um ihre Bundesligaplätze, den DFB Pokal oder ähnlich wichtige Titel kämpfen, wird es meist nicht mal im Fernsehen übertragen. Weil die Männer des Wolfsburger Fußballvereins noch gegen den Abstieg kämpfen, wurde sogar die Feier der Frauenmannschaft, die deutsche Meisterinnen geworden sind, verschoben. Umgekehrt wäre das sicher nicht der Fall gewesen.
Selbst bei der Fußball WM scheinen die Frauenspiele viel weniger Zuschauer anzulocken, als die Spiele während der Männer-WM, obwohl etliche Frauenteams bereits unter Beweis gestellt haben, dass sie definitiv nicht zimperlich sind.
(Immerhin zählen in Spanien Frauenspiele sehr viele Zuschauer und Erstliga Spiele übertreffen öfters mal die Zuschauer Zahlen von Männer Zweitligaspielen)

Doch das Problem, des „langweiligen“ Frauensports betrifft nicht nur den Fußball. Eine Fechtkollegin von mir, die auf hohem Niveau ficht, meinte neulich: Wenn man richtiges Fechten sehen will, muss man sich Männerfechten anschauen.

Ja, Frauen sind vielleicht langsamer oder können weniger schwere Gewichte heben (wir wiegen ja meistens auch weniger) aber das heißt nicht, dass weniger clever gespielt wird oder die Leistungen nicht ebenso beeindruckend sind!

Frauen sind es genau so wert, dass ihnen beim Sport zugeschaut wird- schließlich kämpfen Frauen nicht weniger hart als Männer um ihre sportlichen Erfolge.

Doch selbst wenn ihnen eine große (mediale) Aufmerksamkeit zuteil wird, fokussiert sich diese nicht immer nur auf die sportlichen Leistungen.
Wer sich die Moderationen von Olympia anschaut, wird schnell bemerken, dass Frauen selbst im Spitzensport auf ihr Äußeres reduziert werden. Sie lächeln nicht genug, sie haben zu viele Muskeln oder die Haare ist beim Turnen ein wenig durcheinandergeraten. Großes Drama! Wird nicht brav gelächelt und stets nur nett geredet, gelten Frauen schnell als zickig (vielleicht haben sie ja gerade ihre Tage?), Männern müssen sich solche Oberflächlichkeit wesentlich seltener antun.

Die Kampagne #CoverTheAthlete wurde ins Leben gerufen, nachdem bei den Olympischen Spielen Frauen eindeutig sexistisch behandelt wurden. Wenn sie Medaillen gewannen, wurden sie statt mit ihrem eigenen Namen über den ihrer Ehemänner vorgestellt, das Brechen von Weltrekorden verbuchten die Medien als Erfolg des Ehemanns und Trainers.
Das ist nicht nur unhöflich, sondern respektlos!
Frauen sind großartige Sportler und verdienen Achtung.
Sie sind ebenso gute Sportler wie Männer, wenn ihnen dieselbe Förderung gewährt würde.

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