vvvvv
Aktuelles Frauenfrage - Kolumne Gesellschaftsleben

Frau im Film = Frauenfilm

Solange Männer die Hauptrolle im Film, Buch oder was auch immer innehaben, handelt es sich vermutlich um einen Film für alle. Spielt jedoch eine Frau die zentrale Rolle, wird das Ganze schnell als „nur was für Frauen“ abgestempelt, können Frauen sich überhaupt mit Männern identifizieren?

„Frauenfrage“, eine Kolumne von Louisa Albrecht

Der heutige Beitrag ist einfach nur als Denkanstoß gedacht. Wie oft haben wir weibliche Helden, die ohne Kerl auskommen?

Ehrlich gesagt kam ich auf das heutige Thema, als ich auf eine Debatte über schwarze Filmhelden kam und dass schwarze Kinder und Latinos (der Beitrag kam aus den USA) sich  ja immer mit weißen Protagonisten identifizieren müssen, da es kaum schwarze Helden gibt.
Doch für Frauen und insbesondere Mädchen gilt genau dasselbe. Um die Bücher mit weiblichen Helden in meinem Regal zu zählen, in denen es weder um magische Ponys, Mädchenfreundschaften oder viel Liebe geht, brauche ich keine zwei Minuten. Und nein, ich habe keine Lust, Bücher nurnicht zu lesen, weil Jungs die Hauptrolle haben.
Der Autor Wolfgang Hohlbein meinte mal zu mir, als ich ihn fragte, warum er denn so selten Protagonistinnen habe, dass das doch prinzipiell egal sei. Das finde ich jedoch nicht!
Klar ist es „egal“, ob ein Junge oder ein Mädchen plötzlich magische Kräfte hat, mit denen er/sie dann die Welt vor was auch immer retten soll.
Wichtig wird das Geschlecht aber dann, wenn das Umfeld zum Tragen kommt.
Nehmen wir mal folgenden Plot: X lebt in einem totalitären Staat und lernt dann die Rebellen kennen und merkt, dass es jetzt an der Zeit ist, eine Revolution zu starten.
X ist ein Mädchen:

Sie wusste vorher meistens gar nicht, wie verkorkst das System ist. Bis dieser geheimnisvolle, unnahbare und wahnsinnig gut aussehende Typ daherkommt, in den sie sich natürlich verliebt (komplizierte Beziehung, geht ja nicht anders): Mit der Zeit erfährt sie, wie blind sie doch die ganze Zeit war und zusammen mit dem Typen, der natürlich der Anführer der Rebellen ist und eine schwere Kindheit hatte, rettet sie dann neben ihrem Beziehungsdrama die Welt.

X ist ein Junge:
Irgendwie war er ja schon immer anders… bis er feststellt, woran das liegt. Es wird Zeit, die totale Überwachung zu beenden und zusammen mit anderen Rebellen die Welt zu retten.
Mädchen tauchen optional auf und wenn, dann machen sie nur Probleme.
Wobei ich ehrlicherweise zugeben muss, dass ich mehr Dystopien kenne, in denen Mädchen die Hauptrolle haben. Jungs dominieren dann eher die Bereiche Fantasy, Abenteuer und Science Fiction.
Ich finde es schade und ehrlich gesagt auch unnötig, dass sich die Bücherwelt da so teilt.

Denn Frauen könnten ja auch mal durch Frauen zu den Rebellen geführt werden und ohne Kerl, der es eh nur komplizierter macht (jedenfalls in vielen Fällen) die Welt retten.
Ich merke nämlich für mich, dass es mir leichter fällt, mich mit Heldinnen zu identifizieren, als mit Helden und es ist wichtig, dass das schon bei Kinderbüchern und Kinderfilmen und Serien anfängt.
Mädchen müssen lernen, dass sie genauso cool sein können wie Jungs. Das sie genauso cool SIND!

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.