Morgens früh schon gut gelaunt? Nach einem Cappuccino sicherlich! (Bild: Vogelsberg)

Nicht ohne meinen Kaffee

Was wäre ich nur ohne ihn? Würde ich es überhaupt schaffen, morgens aufzustehen und würde ich das überhaupt wollen? Und worauf sollte ich mich nach einem langen Tag freuen? In der Tat, das Leben wäre sehr trist, wenn es keinen Kaffee gäbe.

Das deutsche Wort Kaffee leitet sich vom arabischen “qahwa” ab, und bedeutet so viel wie “anregendes Getränk” – wer wollte da widersprechen? Erstmalig erwähnt wurde Kaffee im 19. Jahrhundert und setzte von hier aus seinen Siegeszug aus Äthiopien durch die ganze Welt an. Besonders in Finnland, Norwegen und Schweden erfreut sich das Heißgetränk großer Beliebtheit. So trinken die Finnen im Schnitt 3,6 Tassen pro Tag und Person, die Deutschen dagegen bringen es auf 2,6 Tassen Kaffee pro Tag und Nase – wodurch der Kaffee hierzulande beliebter ist als das Bier. Dabei hatte Kaffee bereits damals prominente Fans wie Lessing, Balzac oder Beethoven – und heute steht George Clooney mit seinem Namen für den Kaffee ein.

Und was gut für den großen Sohn der Stadt Bonn, Ludwig von Beethoven, war, das begeistert auch mich. Natürlich weiß ich, dass Wissenschaftler immer Neues über den Kaffee herausfinden, mal heißt es, er sei gesundheitsförderlich, dann wieder, er sei gesundheitsschädlich. Ich selbst aber trinke Kaffee vor allem deshalb, weil er mir schmeckt.

Der Beginn einer großen Liebe

Kaffee? Geht immer! (Bild: Vogelsberg)
Kaffee? Geht immer! (Bild: Vogelsberg)

Das war aber nicht immer so. Als kleines Kind, ich konnte gerade gut über den Esstisch schauen, stahl ich meiner Mutter in einem unbeobachteten Moment die Kaffee-Tasse um herauszufinden, was die Erwachsenen denn nur an diesem Getränk fänden: Ich konnte es nicht ergründen, ich fand, dass es scheußlich schmeckte. Und so mied ich diese Scheußlichkeit für eine ganze Weile erst einmal.

Bis zu einem schicksalshaften Tag während eines Italienurlaubs – in dem Land, dass das Wort “Kaffeekultur” neu definiert hat, musste es wohl so kommen. Zunächst wollte ich auch hier eigentlich lieber keinen Kaffee trinken, sondern Kakao, doch die Maschine streikte, und so nahm ich aufgrund dieser himmlischen Fügung einen Cappuccino. Sei es die Atmosphäre mitten im Herzen Roms, die Tatsache, dass älter und somit potentiell reifer geworden bin oder schlicht, dass es kaum etwas besseres gibt als original italienischen Kaffee: Seit diesem Tag liebe ich meinen Kaffee in allen Formen, Farben und Variationen. Gleich zwei in Italien verbrachte Semester und einige italienische Freunde führten dann endgültig dazu, dass ich meine Tasse Kaffee zu keiner Zeit mehr missen möchte.

Le café pour le café

Es ist dabei nicht so, als bräuchte ich zwingend meine Tasse Kaffee am Morgen: Im Gegenteil. Ich liebe meinen Cappuccino, meinen Caffè macchiato, meinen Espresso und meinen Caffè Shakerato – aus purem Genuss. Seit Jahren habe ich nun meinen Kaffee “zum fressen gern”, und befinde mich in einer glücklichen Beziehung mit selbigem, egal, ob Filterkaffee oder italienische Kaffee-Kreation. Beim Kaffee nehme ich alles, was stark und aromatisch ist. Morgens zum Frühstück, mittags im Büro oder abends nach dem Abendessen – eine Tasse Kaffee geht immer. Und seien wir mal ehrlich: Was wäre schon ein Kaffeeklatsch ohne Kaffee? Bestimmt ist Kaffee kein Zwang um durch den Tag zu kommen, aber es ist ein Stück Kultur, ein kleiner Ruhepol im Alltag. Sicherlich ist ein Leben ohne Kaffee möglich – aber reizlos.

Veröffentlicht von

Nadine Vogelsberg

Leitende Redakteurin, MA Deutsch-Italienische Studien

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