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Eine echte Alternative? – Neue Parteien bei der Bundestagswahl 2017

Bei der Bundestagswahl am 24. September treten deutschlandweit insgesamt 42 Parteien an. Alleine auf dem Bonner Stimmzettel konkurrieren 23 Parteien um eure Zweitstimmen. Doch wer ist da eigentlich alles vertreten? Eine Übersicht über die neuesten Parteien.

Partei der Humanisten:

Das Ziel der „Humanisten“ ist laut ihrem Wahlprogramm das Wohlergehen aller Menschen unabhängig von Herkunft, Geschlecht oder sexueller Orientierung. Unter dem Motto „Mach was du willst, solange du keinem anderen schadest“ setzen sie sich für mehr individuelle Freiheit und Selbstbestimmung ein. Dazu gehören die Liberalisierung des Ehe- und Adoptionsrechtes, sexuelle und körperliche Selbstbestimmung, ein eigenverantwortlicher Umgang mit Rauschmitteln und das Recht auf Sterbehilfe. Darüber hinaus will die Partei die Trennung von Kirche und Staat durchsetzen (z. B. Kirchensteuer und Religionsunterricht in der Schule abschaffen). Stattdessen sollen Wissenschaft und Forschung stärker gefördert werden. Die „Partei der Humanisten“ tritt ausschließlich in NRW an.

Demokratie in Bewegung:

Die Partei „Demokratie in Bewegung“ ist vor knapp einem halben Jahr durch eine Online-Petition entstanden. Sie fordert mehr politische Mitbestimmung durch Bürgerentscheide auf Bundesebene und das Wahlrecht für alle Menschen, die ihren dauerhaften Wohnsitz in Deutschland haben. Ein Lobbyregister und das Verbot von Parteien-Sponsoring sollen die Politik transparenter machen. Toleranz und Vielfalt sind ein weiterer Grundsatz: Gut integrierte Asylbewerber möchte die Partei nicht abschieben, außerdem soll ihnen der Zugang zum Arbeitsmarkt erleichtert werden. Ein Mindestlohn in Höhe von 12 Euro, ein Grundeinkommen für Alleinerziehende und höhere Ausgaben für Bildung runden das Programm der „Demokratie in Bewegung“ ab. Wählbar ist sie in acht Bundesländern, darunter NRW.

V-Partei – Partei für Veränderung, Vegetarier und Veganer:

Die „V-Partei3“ richtet sich laut ihrer Website an alle, die „die globalen Zusammenhänge und Auswirkungen des Wachstums, Konsums und Essverhaltens verstehen“. Konkret bedeutet das, dass sich die Partei für den Klimaschutz und eine nachhaltigere Wirtschaft einsetzt. Dazu will sie die Massentierhaltung verbieten und bis 2030 schrittweise die Umstellung auf eine bio-vegane Ernährung der Gesellschaft erreichen. Da nach Auffassung der Partei jedes Leben schützenswert ist, will sie nicht nur die Schlachtung, sondern auch Tierversuche, Zoos und Zirkustiere verbieten. Kinder sollen gesunde Ernährung, Tier- und Umweltschutz zukünftig bereits in der Schule lernen, kostenloser ÖPNV und Elektromobilität zusätzlich zum Klimaschutz beitragen. Die „V-Partei3“ tritt nicht in Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern an.

Bündnis Grundeinkommen:

Diese Partei hat nur ein (dafür umso klareres) Ziel: die Einführung des bedingungslosen Grundeinkommens, das jeder ganz ohne Gegenleistung und unabhängig von seinem sonstigen Einkommen erhalten soll. Davon verspricht sich die Partei, dass alle Bürger gleichermaßen am gesellschaftlichen Leben teilnehmen können. Das Grundeinkommen soll also mehr, als das bloße Existenzminimum zu sichern. Wie das finanziert werden soll, geht aus dem Parteiprogramm jedoch nicht hervor. Sobald das bedingungslose Grundeinkommen in Deutschland eingeführt wurde, hat die Partei ihr Ziel erreicht und will sich eigenen Angaben zufolge auflösen. Das „Bündnis Grundeinkommen“ ist bundesweit auf allen Stimmzetteln vertreten.

Die Urbane. Eine HipHop Partei:

Die Mitglieder der „Urbanen“ verbindet eine gemeinsame Leidenschaft: HipHop. Dieser durchzieht das gesamte Parteiprogramm: Ob HipHop-Unterricht in der Schule oder eine interkulturelle Gesellschaft nach den Werten des Tanzsports – Die Urbanen meinen es damit absolut ernst. Sie setzen sich gegen Rassismus und für Integration ein, fordern mehr Barrierefreiheit und die Ehe für alle, außerdem die Einführung eines humanitären Visums für politisch Verfolgte. Wenn es nach ihnen geht, ist der Konsum von Cannabis bald legal, Alleinerziehende erhalten mehr staatliche Unterstützung, Eltern arbeiten nur noch 32 Stunden in der Woche und die NATO muss ohne Deutschland auskommen. Wählen könnt ihr die „Urbane“ allerdings nur in Berlin.

Für welche Partei ihr euch letztlich entscheidet, ob neu oder etabliert, bleibt allein eure Sache. Wichtig ist vor allem eines: Geht wählen!

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