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Aktuelles Gesellschaftsleben

Dystopisch und vielleicht wahr – Die Geschichte des Wassers

Was tun, wenn man kein Wasser mehr hat? Wenn es einfach nicht mehr verfügbar ist? Alles um dich herum ist trocken und du bist auf der Flucht vor der Hitze, vor dem Feuer  und hast keine Ahnung, wann es regnen wird, ob es überhaupt regnen wird?

von Maike Velden

Die Geschichte des Wassers erzählt zwei verschiedene Szenarien, welche mit- Überraschung- Wasser zu tun haben. Szenario 1: David und seine kleine Tochter Lou sind auf der Flucht vor der Hitze und dem Feuer in Frankreich. Es ist das Jahr 2048 und die Erde hat sich so erwärmt, dass Seen und Flüsse austrocknen. Wann es das letzte mal geregnet hat, kann keiner genau sagen. Süßwasser ist knapp, ebenso wie Essen, Schutz vor der Sonne und Hygienemittel. In dieser Welt muss Lou aufwachsen. Auf der Flucht haben sie und ihr junger Vater David die Mutter Anna und den kleinen August verloren. Sie machen sich auf den Weg in ein Lager, dort wollen sie die anderen beiden treffen. Aber sie bleiben zu zweit. Im Lager wird Essen und Wasser in Portionen verteilt: einmal die Woche duschen und waschen, zu wenig Essen und keine Spur von Anna und August. Die Spannung im Lager steigt an und wird aggressiver, als keine Nachschübe mehr kommen. David und Lou lernen Marguerite und Francis kennen. Sie helfen einander und sind füreinander da. Irgendwann kommen gar keine Nachschübe mehr und so müssen sie aus dem Lager erneut aufbrechen.

Szenario 2: Signe lebt im Jahr 2048. Sie kommt aus Norwegen und ist mittlerweile eine alte Frau. Sie ist mit ihrem Boot, der Blau auf dem

Maja Lunde: Die Geschichte des Wassers
Maja Lunde: Die Geschichte des Wassers

Weg in ihre Heimat. Dort wird ein Gletscher abgebaut und das Eis wird an reiche Menschen in der ganzen Welt geliefert. Wer es sich leisten kann.. Bei Signe gibt es immer wieder Rücksprünge in ihre Kindheit, Jugend und in das junge Erwachsenenleben. Der Leser lernt Magnus kennen, ihren Freund. Doch die beiden haben unterschiedliche Ansichten, welche nach und auseinander driften. Signe kann nicht verstehen, warum das Gletschereis für Überreiche abgebaut wird. Die Wege trennen sich. Als Signe sich im Jahr 2048 auf den Weg nach Norwegen macht, weiß sie nicht, dass sich Magnus und sie vielleicht nochmal sehen werden..

Meine Meinung:
Ich glaube ich habe noch nie so sehr an einem Buch gehangen wie an diesem. Es ist erschreckend und gleichzeitig so wichtig, dass wir uns mit der Thematik auseinander setzen und uns ins Bewusstsein rufen, dass wir vielleicht gar nicht so weit von den beiden Szenarien entfernt sind. Der Sommer 2018 hat uns gezeigt: Die Erde erwärmt sich und der Mensch ist Schuld. Was mich an dem Buch besonders gefesselt hat, waren die beiden ganz unterschiedlichen Szenarien, 30 Jahre auseinander. Und beide drehen sich um was essentiell überlebensnotwendiges: Wasser. Die einen bauen es ab, die anderen trinken aus Verzweiflung Schmutzwasser und nehmen Krankheiten in Kauf, nur um nicht zu verdursten. Der Schreibstil von Maja Lunde ist außerdem angenehm, man kann es gut lesen. Was ich aber wirklich mit Abstand am allerwichtigsten finde, ist die Thematik, das Problem, dass es irgendwann kein Wasser geben könnte. Das ist so erschreckend. Und nun zum Schluss: Würde ich dieses Buch weiterempfehlen? Auf jeden Fall. Ich habe glaube ich noch nie ein Buch so sehr weiter empfehlen wollen, wie die Geschichte des Wassers. Meiner Meinung nach, sollte es zur Schullektüre gehören, jeder sollte es lesen und sich über die Auswirkungen des Klimawandels bewusst werden.

 

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