"Work" und "Camp"

Workcamp – Semesterferien im Ausland

 

"Work" und "Camp"

Plagt euch auch schon während des Semesters das Fernweh? Ihr wollt mal wieder raus und was Neues erleben? Neue Leute kennen lernen und dabei etwas Sinnvolles tun? Wie wär es denn mit einem Workcamp? Wie der Name schon sagt, dreht sich alles um „work” (das Arbeitsprojekt) und „camp” (das Zusammenleben in einer internationalen Gruppe).

 

Bei einem Workcamp kommen junge Menschen aus aller Welt zusammen um für einige Wochen gemeinsam an einem gemeinnützigen Projekt zu arbeiten. Ein breites Spektrum an Arbeitsprojekten bietet vielfältige Einsatzmöglichkeiten in den Bereichen Natur- und Umweltschutz, soziale Projekte, Renovierung, Kinderbetreuung, archäologische Ausgrabungen, Arbeit mit Behinderten sowie künstlerische und handwerkliche Projekte. Die Arbeitszeit beträgt in der Regel ca. 30 Stunden pro Woche. Abseits der Arbeit wird meistens ein kulturell geprägtes Freizeitprogramm angeboten. Je nach Camp besteht die Gruppe aus 6 bis 20 Freiwilligen aus verschiedenen Nationen.

 Vielfalt und Unterbringung

Geburtstagsessen

Die Idee ein Workcamp zu machen, hatte ich schon länger. Letzten Sommer war es dann schließlich soweit und  ich muss zugeben, dass ich ziemlich aufgeregt war. Damals wusste ich noch nicht, dass die kommenden Wochen zu meinen schönsten Erfahrungen zählen würden.
Wir waren eine Gruppe von 13 Volunteers aus Frankreich (4), Albanien (2), Griechenland(1), Russland(1), Aserbaidschan(1), Südkorea(2), Deutschland(1), der Ukraine(1) und zwei Gruppenleitern aus Frankreich – alle im Alter von 18 bis 24 Jahren. Wir waren auf einem Sportgelände in Zelten untergebracht. Unsere Küche und unser Esszimmer befanden sich in einem besonders großen Zelt. Wir konnten die Sanitäranlagen und den Gemeinschaftsraum der Sportstätte nutzen.Z u Beginn des Camps haben wir uns darüber ausgetauscht was wir von der Zeit im Camp erwarten, was wir uns wünschen und was wir selbst mit einbringen können. Wir haben uns überlegt, wie wir die Arbeitszeit einteilen wollen und was wir in unserer Freizeit machen möchten.

Verständigung und Vorurteile

Die meiste Zeit wurde Englisch geredet. Wenn es in Englisch nicht ging, haben wir uns mit Händen und Füßen verständigt. Das Interesse für die anderen Sprachen war auf jeden Fall da. Jeder hat sich im Laufe des Camps Zettel mit typischen Redewendungen der im Camp vertretenen Sprachen gemacht. Wir haben viel darüber geredet was in einzelnen Ländern typisch ist und was für Vorurteile herrschen. Wir haben kulturelle Unterschiede entdeckt, aber natürlich auch viele Gemeinsamkeiten. Es war wirklich spannend sich über persönliche Dinge mit Jugendlichen aus anderen Ländern auszutauschen. In täglich wechselnden Kochteams haben wir landestypische Gerichte gekocht.

Die Arbeit und die Reaktion

Die Arbeitsstelle war in 10 Minuten zu Fuß zu erreichen. Wir haben an fünf Tagen in der Woche jeweils 5-6h inklusive Mittagspause gearbeitet. Unsere Aufgabe war es einen Teil der alten Stadtmauer zu restaurieren. Einer unserer Gruppenleiter war handwerklich geschult und hat uns in die Arbeit eingeführt. Es gab verschiedene Arbeitsbereiche, wie die Mörtelherstellung, das Zurechtklopfen von Steinplatten, das Entfernen von Unkraut und die Neuanordnung von Steinplatten.
Es wurde Wert darauf gelegt, die ursprüngliche Struktur der Mauer beizubehalten. Am Ende hatte jeder in allen Bereichen gearbeitet. Die Einwohner Ploërmels verfolgten unsere Arbeit sehr interessiert. Oft sind Leute einfach stehen geblieben und haben uns angesprochen. Eine Frau hat uns sogar zu sich nach Hause zu Kaffee und Kuchen eingeladen. Von unserer Arbeit wurde mehrmals in den Zeitungen der Region und sogar im Fernsehen berichtet. Gegen Ende des Camps haben wir zu einer kleinen Abschlusspräsentation geladen. Wir haben den Einwohnern von Ploërmel unsere Arbeit der letzten Wochen präsentiert und ihnen die einzelnen Schritte der Restauration erklärt. Anschließend haben wir typische Speisen aus den jeweiligen Ländern serviert.

Aktivitäten und Erholung

Tanzen

Neben der Arbeit hatten wir natürlich auch Freizeit. Die Gemeinde Ploërmel hat sich wirklich große Mühe gegeben uns die Bretagne und die bretonische Kultur näher zu bringen. Wir haben uns sehr willkommen gefühlt. Die Verantwortlichen der Stadt haben extra für uns einen bretonischen Abend mit Musik und Tanz organisiert. Wir durften kostenlos ins Schwimmbad und ins Internetcafé. Des Weiteren haben sie uns zwei Autobusse zur Verfügung gestellt, mit denen wir die Region erkunden konnten. Wir haben wirklich viel unternommen und viel gesehen. Von Kanufahren, Ausflüge an den Atlantik und in die Städte der Umgebung und Konzertbesuche, war alles dabei. Oft haben wir aber auch einfach nur geredet, Karten gespielt oder den Sportplatz genutzt. Uns wurde jedenfalls nie langweilig.

Abschied

Ende August hieß es schließlich Lebewohl zu sagen. Der Abschied ist uns allen sehr schwer gefallen, weil wir wirklich eine tolle Gruppe waren. Die Erfahrungen, die ich im Rahmen des Workcamps gemacht habe, möchte ich nicht missen. Ich habe so tolle Leute getroffen und viel gelernt. Ich kann es wirklich jedem, der einfach mal über den Tellerrand schauen und neue Erfahrungen sammeln möchte nur empfehlen an einem Workcamp teilzunehmen. Traut euch einfach. Es gibt so viele tolle verschiedene Projekte – da ist für jeden etwas dabei.

von Franziska Waldvogel



Veröffentlicht von

Daniel Kopp

Leitender Redakteur des Medienblick. Interessiert an Medienthemen, Reisen, Kultur und Literatur.

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