Trotz vereinzelter Musiker, die in den digitalen Weiten von Plattenfirmen aufgespürt werden, bleibt natürlich auch das unentdeckte Potenzial riesig, welches sich in Form gut gelaunter Bands durch die Clubs spielt. Eine davon ist “What happened to Roy G. Biv?” und man muss sie einfach gern haben.
Das Quintett kommt aus Köln und macht nicht nur ungewöhnliche Gitarrenmusik, sondern hat auch Geschichten jenseits der üblichen künstlerischen Selbstmystifizierung parat. Die Mitglieder der Bivs, wie sie auch abgekürzt werden, sprechen nicht von Wohnzimmerkonzerten und ersten feuchtfröhlich entstandenen Songs, sondern erfinden augenzwinkernde Geschichten über ihre Entstehung als Zigeunertruppe.
Die Band in aller Kürze
Mitglieder: Manuel singt, Niklas spielt Schlagzeug, und Mattes, Jan und Simon teilen sich in aller Einmut Gitarren und Bass.
Stil: Indie-Postrock mit Pop-Einflüssen? Auf jeden Fall melodiös und vielfältig.
Einflüsse: Nahezu unendlich, glaubt man der langen Liste auf der bandeigenen Myspace-Seite. Von Broken Social Scene bis zu The Cure ist alles dabei und auch einige nicht ganz ernst gemeinte Einträge scheinen sich dort zu finden.
Name: “Roy G. Biv” ist das englische Akronym für die Farben des Regenbogens. Dass daraus eine fiktive Person wurde, mit der irgendetwas geschah (“What happened to”), ist der nicht immer nachvollziehbaren Kreativität der Jungs geschuldet.
Die Bivs im Interview

Foto von Jesse Benjamin
In ihrem Proberaum sprachen die Mitglieder von “What happened to Roy G. Biv” über Selbstdarstellung, Pläne und Erfolg.
Auf eurer Myspace-Seite ist ein Foto von Jan mit nacktem Oberkörper zu sehen. Was wollt ihr damit aussagen?
Mattes: Ach, wir sind halt eine Boyband. Da steckt nicht viel dahinter.
Tut ihr ansonsten etwas für eure Entdeckung?
Jan: Auf jeden Fall nicht mit vollem Ehrgeiz, wir spielen eben so viele Konzerte wie möglich und widmen uns unserer Musik.
Also habt ihr keine konkreten Zukunftspläne für die Band?
Mattes: Naja, eigentlich wollen wir ja Karnevalsmusik machen, aber dann wird es doch immer wieder ein neuer Rocksong. Vielleicht klappt das irgendwann mal…. Eigentlich ist ja unser Song “I am the River” schon ein Karnevalslied - denn mit besagtem Fluss ist natürlich der Rhein gemeint.
Nikki: Ein Bandurlaub wäre schön… In der Eifel. Oder auf Hawaii (lacht).
Mattes: Aber ernsthaft, wir warten auf die Entscheidung, ob wir auf einem der kleinen Festivals spielen können, bei denen wir uns beworben haben.
Simon: Außerdem wollen wir bald eine 4 Track – EP mit unseren besten Songs aufnehmen, in richtig guter Qualität.
Sehen eure Fans euch schon als Stars?
Jan: Na klar! Auf jeden Fall mussten wir schonmal Autogramme auf ein Hinterteil geben.
Und wenn der große Erfolg dann käme – würdet ihr zB euer Studium dafür aufgeben?
Simon: Vermutlich schon, da sind wir uns alle einig, glaube ich.
Nikki: Also ich nicht.
Mattes: Na gut, aber die meisten von uns sind eher Hobby-Studenten (allgemeines Schmunzeln)…
Aber ein Weilchen bleibt ihr der Region hoffentlich noch erhalten.
Manuel: Bestimmt. Wir spielen auch einfach gerne in den ganzen kleinen Läden hier.
Mattes: Der definitiv kleinste war die Mausefalle in Bonn! An dieser Stelle einen schönen Gruß an Georg… Am 23. Februar spielen wir übrigens wieder in Bonn, beim toys2masters-Bandcontest.
Hier bekommt man einen Vorgeschmack der Bivs auf der Bühne, in ganze 9 Songs hineinhören darf man auf Myspace.
