Bücher sind etwas besonderes, denn hinter jedem verbirgt sich eine Geschichte. Wir Menschen lieben Geschichten und deswegen lieben wir Bücher. Sie entführen uns in eine andere Welt, lassen uns lachen, nachdenken oder begeistern. Sie bereichern unsere Kultur. Vor allem dienen sie als Gedächtnis und transportieren Gedanken aus vergangenen Jahrhunderten in die Zukunft. Aber wie sieht der Alltag um das Buchgeschäft eigentlich aus?
In Deutschland gelten Bücher offiziell als Kulturgut und werden besonders geschützt. Was bis 2002 noch als Ehrenkodex unter den Buchhändlern galt, ist seitdem auch gesetzlich festgehalten: das Buchpreisbindungsgesetz. Der Verlag legt den Verkaufspreis eines Buches fest und jede Buchhandlung muss sich daran halten. Rabatte darf es nur dann geben, wenn der Verlag die Preisbindung für ein Buch offiziell aufhebt oder es sich um Mängelexemplare handelt.
Auch wenn im Januar viele Geschäfte Schlussverkäufe machen und ihre Produkte mit hohen Rabatten verkaufen – so etwas wird es in einer Buchhandlung nicht geben. Warum ist das so?
Deutschland hat weltweit die höchste Dichte an Buchhandlungen. Fast jede Kleinstadt hat mindestens eine. Für uns ist das selbstverständlich – aber das ist es im internationalen Vergleich überhaupt nicht. Und dass sich kleine Buchhandlungen neben großen nationalen Filialen halten können, liegt an der Buchpreisbindung, die es zum Bespiel den Thalia-Buchhandlungen verbietet, Bücher günstiger zu verkaufen.
Bücher und Lebensmittel braucht man zu Leben
Bücher sind außerdem steuerreduziert; die normale Mehrwertsteuer von 19% gilt nicht. Sie dürfen (wie Lebensmittel) zu einem vergünstigten Mehrwertsteuersatz von 7% verkauft werden. Auch hier zeigt sich, dass das Kulturgut Buch in Deutschland eine besondere Stellung hat.
Und es gibt noch mehr Besonderheiten, die das Buchgeschäft mit sich bringt. In welcher Einzelhandelssparte ist es zum Beispiel möglich, fast jedes Produkt zum nächsten Tag zu bestellen? In Buchhandlungen ist das eine Selbstverständlichkeit. Möglich gemacht wird das über die so genannten Zwischenbuchhändler, die je nach Betrieb etwa 500 000 Titel auf Lager halten und jeden Morgen über Büchersammeldienste Buchhandlungen in Deutschland beliefern.
1,2 Millionen lieferbare Titel. In Deutschland.
Neben meinem Studium arbeite ich in einer Buchhandlung in der Nähe von Bonn und finde es toll, während der Arbeit von Büchern umgeben zu sein. Es ist aber auch eine Herausforderung, wenn Kunden beraten werden wollen. 1,2 Millionen Bücher sind lieferbar (siehe das Verzeichnis der lieferbaren Bücher), dazu kommen jährlich 90 000 Neuerscheinungen.
Es gibt also sehr, sehr viele Bücher und niemand kann alle gelesen haben. Mit der Zeit bekommt man aber ein Gefühl dafür, welches Buch welchem Kunden gefallen könnte.
Die Besten
Im Notfall hilft immer ein Verweis auf die Besttellerliste, die zum Beispiel von media control GfK International GmbH in Zusammenarbeit mit dem Focus wöchentlich ermittelt wird. Auf Platz eins in der Hardcover Belletristik (KW49/2010) war etwa das neue Buch von Ken Follett: „Sturz der Titanen“. Wer gerne britische Krimis liest, sollte einen Blick in „Wer dem Tod geweiht“ von Elisabeth George werfen. Wer die Stieg Larsson Bücher mochte, dem könnten die Bücher von Jussi Adler Olsen gefallen.
Und 12 jährige Jungs fragen mich oft nach Greg’s Tagebüchern.
Die Sachbuch Bestenliste spiegelt viele Themen wieder, mit denen sich die Gesellschaft beschäftigt. Das Buch von Thilo Sarrazin, „Deutschland schafft sich ab“ wurde auch zu Weihnachten viel verschenkt und ist seit Wochen auf Platz eines der Hardcover-Bestsellerliste. Nach dem Tod von Loki Schmidt sind ihre Bücher sehr begehrt und auch Bücher ihres Mannes liegen in erster Reihe. Wer etwas für sein Allgemeinwissen tun möchte, dem seien die Bücher von Ranga Yogeshwar empfohlen. Sein neustes Buch, „Ach so!“, ist natürlich auf Platz eines der Sachbuch Taschenbücher.
Die Buchhandlung gegen das Internet
Ein Problem für den stationären Sortimentsbuchhandel ist das Internet.
52,3% des Gesamtumsatzes mit Büchern wurde 2009 im Sortiment zwar noch erwirtschaftet, allerdings entsprach das nur einer Steigerung von 0,1% im Vergleich zum Vorjahr, während der Versandbuchhandel (einschließlich dem Internet) seinen Anteil von 2008 auf 2009 um 11,4% auf 15,5% erhöhte. Langfristig wird sich dieser Trend wahrscheinlich fortsetzten, worunter besonders die kleinen Buchhandlungen leiden werden.
Ich finde das schade, denn für mich ersetzen auch „search inside the book“ Funktionen nicht das Stöbern in einer Buchhandlung. Ich möchte weiterhin in Buchläden gehen, die Bücher in die Hand nehmen und reinlesen können wie es mir gefällt. Und vor allem möchte ich noch lange in einer Buchhandlung arbeiten.
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[...] einen genaueren Blick zu gönnen.Von Rezensionen über Entwicklungen im Verlagswesen bis hin zum Alltag einer Buchhandlung. Wo sich die besten Autoren messen, was auf den Nachttischen der Medienblick-Leser liegt und ob [...]
[...] Papiers einatmen. Wir wollen in der Buchhandlung stöbern und uns überraschen lassen. Wer in der Buchhandlung kauft, macht das oftmals spontan und nicht [...]