Gibt man den Begriff Weltreise bei Google ein, erhält man mehr als eine Million Treffer. Der Trip “around the world” ist beliebt, aber googlen kann jeder. Das gegooglte auch wirklich in die Tat umzusetzen, ist schon schwieriger. Fast jeden packt dann und wann einmal das Fernweh – den einen mehr, den anderen weniger. Ulrike Braun gehört zur ersten Kategorie und hat ihren Traum wahr werden lassen. Ein Jahr lang reiste sie rund um die Welt und erzählt uns, was das mit hungrigen Haien und juckenden Füßen zu tun hat.
Viele Menschen träumen davon, einmal im Leben so eine Reise zu tun. Doch oft passt die Planung einfach nicht ins Studium oder das Berufsleben. Wie hat das bei Dir funktioniert?
Ulrike: Ich hatte seit meinem Auslandssemester in Australien „itchy feet“, wie man so schön sagt. Deshalb habe ich es mir nach dem Studium nicht nehmen lassen, einfach ein Jahr zu verschwinden. Ich hatte erstmal kein Jobangebot, was mir sicherlich die Entscheidung erleichtert hat. Ansonsten hätte ich wahrscheinlich auch zweimal überlegen müssen. Meiner Meinung nach, kann man so eine Reise immer machen, wenn man es wirklich will. Man plant sein Leben ja schließlich selbst!
Gab es einen bestimmten Anlass, nachdem Du dich entschieden hast ein Jahr lang um die Welt zu fliegen oder hast Du dir einfach gedacht „Ich muss hier raus!“?
Ulrike: Den Gedanken ins Ausland zu gehen, hatte ich seit dem Abitur. Während des Studiums habe ich mich dann für ein Auslandssemester in Australien entschieden. Nach diesem Semester und dem anschließenden Trip durch Australien und Neuseeland war klar, dass ich noch einmal länger reisen möchte.
New York, Rio, Tokyo – in der Reihenfolge oder gab es andere Stopps?
Ulrike: Meine Route war die Folgende: Dubai, Thailand, Laos, Singapur, Australien, Neuseeland, Fiji, Nordamerika, England und Schottland.
Als Studentin sitzt das Geld meistens nicht so locker und eine Weltreise ist ja doch ein recht kostspieliges Unterfangen. Wie hast Du dir den Flug und die Lebenshaltungskosten finanziert?
Ulrike: Ich hatte das große Glück, dass meine Eltern bei meiner Geburt ein Konto für mich angelegt haben, auf das sie regelmäßig Geld eingezahlt haben. Mit 18 haben meine Eltern mir dann eröffnet, dass das Konto nun mir gehört. Sicherlich war das Geld für etwas anderes gedacht und meine Eltern waren dementsprechend auch nicht begeistert, als ich Ihnen mitteilte, dass ich das Geld dafür nutzen möchte. Aber sie haben bald festgestellt, dass sie mir diese Idee nicht mehr ausreden konnten.
Welcher Ort hat Dich am meisten fasziniert und wo wolltest Du schnell wieder weg?
Ulrike: Eine Woche Dubai hat mir gereicht. Schnell wieder weg wollte ich zwar nicht wirklich, aber sagen wir mal so: ich muss so schnell nicht nochmal hin. Die Stadt, die mich am meisten fasziniert hat, war New York. Was die Natur anging, war es Cairns, in Australien, das direkt am Great Barrier Reef liegt.
Ein Jahr ist eine lange Zeit. War es schwer für Dich Freunde und Familie nicht sehen zu können und wie hast Du den Kontakt gehalten?
Ulrike: Sicherlich gab es Zeiten, in denen ich Freunde und Familie sehr vermisst habe. Allerdings ist es heutzutage nicht schwer, in Kontakt zu bleiben durch Skype, Facebook, Emails und meinen Blog.
Eine Weltreise ist ein unvergessliches Erlebnis. Aber gab es einen ganz bestimmten Moment während deiner Reise, den Du nie vergessen wirst?
Ulrike: Das wäre wahrscheinlich die Haifischfütterung am Outer Great Barrier Reef. Dabei wurden gefrorene Thunfischköpfe verfüttert und ich saß ca. fünf Meter von 30 Haien entfernt. Einfach nur der Wahnsinn!
Was würdest Du anderen Menschen raten, die sich ebenfalls auf eine Reise rund um den Erdball begeben möchten? Hast Du einen speziellen Tipp?
Ulrike: Lebe deinen Traum. Wenn du wirklich eine solche Reise machen möchtest, dann tu es! Ausrede wie „ich habe aber doch meine Wohnung, meinen Job, was könnten andere denken, etc.“ gelten in dem Moment einfach nicht. Eine solche Reise ist definitiv Opfer wert!
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