
Im Trend der Zeit und doch noch relativ unbekannt: Wer etwas mit Medien machen möchte, muss nicht zwangsläufig studieren. Es gibt eine Ausbildung, die das Wort „Medien“ sogar im Namen trägt. Kleiner Buchverlag oder großes Medienunternehmen, lokale Tageszeitung oder internationaler Wissensdienstleister. Medienkaufleute für Digital- und Printmedien sind vielseitig einsetzbar. Isabel ist eine von ihnen. Medienblick spricht mit der 22 jährigen aus Bergisch Gladbach über ihre Ausbildung, ihre nächsten Ziele und die Medien im Allgemeinen.
Isabel, du machst eine Ausbildung zu Medienkauffrau Digital und Print. Kommt es vor, dass sich Außenstehende nichts darunter vorstellen können?
Ja, oft sogar. Die meisten nicken langsam und fragen dann, was genau ich da mache. Wenn ich dann erkläre, dass ich in einem Verlag für wissenschaftliche Bücher und Zeitschriften arbeite und die einzelnen Abteilungen durchlaufen, können sie sich mehr unter der Berufsbezeichnung vorstellen. Früher hieß die Ausbildung Verlagskauffrau, das war klarer
Was lernst du während deiner Ausbildung?
Ich durchlaufe alle Abteilungen, die ein Verlag hat. In den wichtigsten bleibe ich circa drei Monate. Ich habe im Lektorat angefangen, war dann in der Herstellung, im Marketing und im Vertrieb. Ich war auf den Buchmessen in Frankfurt und in Leipzig und eine Woche in einer Druckerei. Nach den zwei Jahren Ausbildung hat man dann einen guten Überblick über die einzelnen Bereiche. Da ich eine kaufmännische Ausbildung mache, liegt der Schwerpunkt auch in diesen Bereichen. Momentan bin ich im Verkauf für Zeitschriften und ebooks und habe zum Beispiel heute Lizenzverträge für Hochschulen und Universitäten vorbereitet.
Welcher Bereich hat dir am meisten Spaß gemacht?
Das Marketing, dort würde ich später gerne arbeiten. Letztes Jahr war ich eine Woche in Wien auf einem internationalen Kongress, das ist schon etwas Besonderes. Außerdem interessiere ich mich für Kommunikation und Pressearbeit in einem Medienunternehmen.
Im Sommer bist du fertig. Wie sind deine weiteren Pläne?
Ich möchte gerne das Wissen meiner Ausbildung vertiefen und ein Studium beginnen. Am besten an der Hochschule der Medien in Stuttgart, da würde mich der Studiengang Medienwirtschaft interessieren.
Glaubst du, dass wir irgendwann keine Bücher mehr haben werden und alle mit ebook- readers unterwegs sind?
Ebooks sind ein heißes Thema, jeder Verlag möchte auf die Schiene aufspringen, besonders im wissenschaftlichen Bereich. Aber auf lange Sicht glaube ich nicht, dass das gute alte Buch verdrängt wird. Das digitale Publizieren ist schneller und somit interessant, wenn Wissen schnell verbreitet werden soll – damit sind wir wieder beim wissenschaftlichen Arbeiten. Aber das gedruckte Buch hat eine lange Tradition und es hat was, ein gestalterisch schönes Buch im Schrank stehen zu haben. Im belletristischen Bereich wird uns das Buch bestimmt noch lange erhalten bleiben.
Findest du, dass es Mode ist, etwas „mit Medien“ machen zu wollen?
Ja. Es ist „in“. Medien sind allgegenwärtig, wir stehen unter einem großen Einfluss. Wer träumt nicht davon, beim Fernsehen zu sein oder bei großen Zeitschriften. Medien haben die Macht, uns dahingehend zu beeinflussen. Oder in Hollywoodfilmen – da arbeiten die Hauptpersonen doch meistens in einer hippen Medienagentur oder sind erfolgreiche Journalisten. Das alles vermittelt uns unterbewusst, dass wir auch etwas mit Medien machen wollen.
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[...] Medienzirkus und ich Von Kerstin Siegburg, am Samstag, 19. März 2011, 14:30 Uhr Hier haben wir über eine Ausbildung im Medienbereich berichtet. Nun lassen wir zwei Mädels zu Wort [...]