creed1

Rocky und Creed – die Legende geht weiter

Das Spin-off zur Rocky-Reihe “Creed – Rocky’s Legacy” lockt mit einer kurzweiligen Story und einem klasse besetzen Ensemble ins Kino. Nicht nur für Fans der Reihe bietet der Film großes Sehvergnügen. Der Film startet heute in den deutschen Kinos.

Rocky Balboa ist wieder da – diesmal kämpft der berühmteste Boxer der Filmgeschichte allerdings nicht im Ring, sondern daneben. Das vom „Fruitvale Station“-Regisseur Ryan Coogler inszenierte Boxerdrama zeigt Sylvester Stallone als alten Greis, der seine aktive Zeit längst hinter sich gelassen hat. In „Creed – Rocky’s Legacy“ trainiert Rocky dafür ein aufstrebendes Nachwuchstalent. Jedoch nicht irgendwen, sondern Adonis Johnson, Apollo Creeds Sohn, zu Ehren seines (im vierten Teil der Filmreihe) verstorbenen Kontrahenten und Freundes.

Der junge Adonis Johnson wächst als unehelicher Sohn der Boxerlegende Apollo Creed auf. Als seine Mutter stirbt und er in einem Heim landet, in dem er sich tagtäglich prügelt, nimmt sich Creeds Witwe Mary Anne dem einsamen Jungen an. Fortan wächst Adonis in Wohlstand auf. Später fährt er ein teures Auto und arbeitet in einem gutbezahlten Job – den er aufgibt, um in die Fußstapfen seines Vaters zu treten. Seine Ziehmutter, die die zahlreichen Verletzungen und schließlich den Tod ihres Mannes im Boxkampf gegen Ivan Drago miterleben musste, wendet sich von ihm ab. Nun steht Adonis alleine da.

Inspiriert durch das Vorbild seines Vaters reist Adonis nach Philadelphia, der Ort, an dem der mittlerweile sichtlich gealterte Rocky Balboa nun ein kleines Restaurant betreibt, anstatt im Ring die Fäuste zu schwingen. Adonis bittet Rocky, sein Trainer zu werden, doch dieser lehnt ab. Erst als Rocky versteht, dass Apollos Sohn vor ihm steht, willigt er ein, den jungen Mann zu coachen. Doch der Weg bis zum ersten Kampf verlangt viel Schweiß und harte Arbeit. Auch im Privatleben der beiden liegen dem Glück einige Steine im Weg.

Auch wenn Rocky noch im Filmtitel auftaucht – bei dem Spin-off handelt es sich nicht um einen weiteren Teil derselben Geschichte. Adonis Johnson, gespielt vom „Fruitvale Station“-Star Michael B. Jordan, steht klar im Vordergrund der Handlung. Auch die letzte Szene des Films, in dem die beiden die ikonischen „Rocky-Treppenstufen“ des Philadelphia Museum of Art hinaufsteigen, zeigt, dass eine neue Geschichte beginnt, in der Rocky nur noch eine Nebenrolle spielt. Allerdings spielt Sylvester Stallone diese Rolle sehr gut: Im Januar erhielt er für seine schauspielerische Darstellung völlig zu Recht einen Golden Globe Award für die beste Nebenrolle. Auch der restliche Cast kann sich sehen lassen, allen voran Tessa Thompson, die als Sängerin Bianca sowohl Adonis als auch dem Publikum den Kopf verdreht.

Besonders schön für Rocky-Fans sind die zahlreichen Anspielungen auf die vergangenen Teile der Filmreihe. Stallone, der den Film mit produziert hat, nimmt sich an vielen Stellen selbst nicht zu ernst. Diese Selbstironie lässt den Film ebenfalls leicht erscheinen, sodass die etwas mehr als zwei Stunden Filmlänge in Windeseile vergehen. Doch nicht nur Fans der Reihe werden ihren Spaß an dem Spin-off haben. Die Story ist kurzweilig, die Figuren mehrdimensional angelegt und die Kamera nimmt uns mit – von der Vorbereitung und der Aufregung in den Katakomben der Boxarena bis in den Kampf. So kämpft jeder Zuschauer im Herzen mit und fühlt sich bei den altbekannten, heroischen Klängen („Going the Distance“ und „Gonna Fly Now“) vielleicht selbst ein bisschen wie Rocky.

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>