Eine Rezension zu James Camerons Avatar
Von Sarah Breidenbach
Er wurde lange erwartet und jetzt ist er da: Avatar – Aufbruch nach Pandora. Der Film spielt im 22. Jahrhundert auf dem menschenfeindlichen Planeten Pandora. Dort suchen und finden Erdbewohner nach neuen Ressourcen zur Versorgung der Menschheit.
Zum Einsatz kommt der coole Ex-Soldat Jake Sully. Er ist querschnittsgelähmt, kann aber mithilfe eines sogenannten Avatars ohne Probleme auf Pandora leben. Sully soll das fremde Volk der Na’Vi (=die großen blauen Männchen) ausspionieren und herausfinden, wie man sie zur Umsiedlung bringen kann. Anfangs läuft auch alles so, wie es sollte, doch irgendwann verliebt sich der Ex-Soldat in eine Na’vi namens Neytiri. Hier beginnt Sullys innere Zerrissenheit und der große Kampf um den Lebensraum Pandora.
Es mangelt an interessanten Wendepunkten
James Camerons neustes Werk ist actionreich und unterhaltsam. Es mangelt jedoch an einer überraschenden Geschichte mit interessanten Wendepunkten. Die Handlung fällt leider eher simpel und vorhersehbar aus: Böse, gierige Menschen beuten eine fremde Kultur aus. Tatsächlich erinnert Avatar sehr stark an die native Bevölkerung Nordamerikas, die Indianer, und deren Ausbeutung durch den weißen Mann. Die Story ist also eine Art modernes Sciencefiction Märchen à la Pocahontas.
Trotz weniger Überraschungen ist der Film spannend erzählt und vor allem bildgewaltig genug, um die 162 Minuten nicht langweilig werden zu lassen. Er kommt einem wirklich viel kürzer vor – so faszinierend kreierte Cameron die Landschaft von Pandora und deren Bewohner. Es sind besonders die Farben im Film, die einen in den Bann von Avatar ziehen. Cameron reizt das filmisch Machbare bis an die Grenzen aus und das beeindruckt ganz klar.
Kino ist ein Muss
Der unglaubliche Hype um Avatar mag etwas übertrieben sein und knappe 12 Euro für einen Film in 3D sind es definitiv auch – es lohnt sich aber, den Film anzuschauen. Und das vor allem im Kino! James Camerons Werk braucht eine riesige Leinwand und glasklaren Surround-Sound, um seine Wirkung zu entfalten. Wer sich den Film auf dem heimeligen Fernseher oder gar Laptop anschaut, wird nur enttäuscht.
Tweet