Studierende der Medienwissenschaft berichten im Medienblick von ihren Eindrücken auf der Berlinale.Von Mahelia Hannemann
“How I ended this summer” ist ein sehr beeindruckender Film, der wieder einmal beweist, dass eine gute Story keine großen Worte braucht. Zwei Männer arbeiten auf einer Wetterstation in der Arktis und lernen miteinander auszukommen. Der eine ist ein eher mürrischer Einsiedler und der andere ein frischer, eigenbrötlerischer Uniabsolvent. Eines Tages erhält der junge Mann über Funk die Nachricht, dass die Frau und das Kind des Einsiedlers bei einem Autounfall ums Leben gekommen sind.
Dies ist der Anfang seines inneren Konflikts, denn er traut sich nicht die Nachricht weiter zu geben, aus Angst um sein eigenes Leben. Tatsächlich fürchtet er sich vor seinem unberechenbaren Kollegen, während ihm über Funk immer wieder Druck gemacht wird. Die menschenleere Landschaft, die zunächst atemberaubend schön erscheint, wird sein Gefängnis. Auch die Kälte wird sein Feind als er schließlich vor ihm flüchten muss.
Ein Jammer, dass die englischen Untertitel teilweise von den beeindruckenden Motiven aus sehr erdigen Farben und sauberen, geometrischen Formen ablenken. Dafür wird in dem russischen Film ohnehin nicht viel gesprochen, weshalb aber auch manche Motivationen nicht ganz zu erschließen sind und den Zuschauer etwas ratlos zurücklassen. Auch wenn der grobe Plot an einen Thriller erinnern mag, so geht es hier vielmehr um eine ausführliche psychologische Studie zweier Männer zwischen Mut und Feigheit in einer Atmosphäre absoluter Eintönigkeit. Letztendlich hätte eine Kürzung des Films auf 90min durchaus keinen Schaden angerichtet und ein paar Flauten im Spannungsbogen verhindert. Trotzdem ist es ein präzise durchdachtes Werk, der einen längeren Blick wert ist.

[...] Mahelia fand vor allem bildliche Realisation von How I ended this summer überwältigend (zur Filmkritik >>). Shahada beeindruckte sie auch, “trotz teilweise primitiver Dialoge”. Bei Neukölln [...]