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Aktuelles Kultur Literatur

Die Seiten der Welt von Kai Meyer [Rezension]

Bei Sturm und Regen – was gibt es da besseres als Lesen? Von der phantastischen Kraft von Worten und Büchern, welche eine ganz eigene Welt erschaffen und genauso einfach zerstören kann…

 

Von Nadja Hochholz

Die fünfzehnjährige Furia Salamandra Faerfax entstammt einer berühmten Familie von Bibliomanten, Menschen, die Magie aus Büchern entfesseln können.  Zusammen mit ihrem Vater und ihrem jüngeren Bruder Pip lebt sie in England. Der dortige Landsitz birgt eine unendliche Bibliothek. Schimmelrochen, Schwärme von kommunizierenden Buchstaben und Staub pickende Origami-Vögel haben dort ihr Zuhause. In den Tiefen der Bibliothek ist Furia auf der Suche nach einem ganz besonderen Buch: ihrem Seelenbuch, welches sie endgültig zur Bibliomantin machen soll. Zwar kann Furia schon einfache Zauber bewirken, doch ist sie für das, was sie erwartet, gewappnet? Auf der Jagd nach leeren Büchern wird ihrer Familie ein Bibliomantenclan auf den Hals gehetzt, ihr Vater getötet und ihr Bruder entführt. Furia flieht nach Libropolis, die Stadt der verschwundenen Buchläden. Sie trifft auf lebende Romanfiguren, Cat, die Diebin im Exil, und Finnian, den Rebellen. Kann Furia ihren Weggefährten Finnian und Cat trauen? Und welche Rolle spielt sie im Krieg gegen die Akademie?

Ein einzelnes junges Mädchen, allein gegen eine große Macht welche ihre Welt zu enden droht. Doch junge Liebe und neugewonnene Freunde werden ihr hilfreich an die Seite gestellt – eine zu durchschaubare Geschichte?

Meiner Meinung nach ist es Kai Meyer erstaunlich gut gelungen, das Interesse des Lesers nicht nur zu wecken sondern am Leben zu erhalten. Sicher handelt es sich nicht um eine vollständig neue Idee (bspw. die Tintenreihe von Cornelia Funke), doch verleiht Meyer dem zugrunde liegendem Plot einen neuen Charakter. Ein magisches Buch, durch welches Furia mit einem Jungen kommunizieren kann, welcher weit vor ihrer Zeit lebt, ein sprechendes Möbelduo und dergleichen – Die Welt der Bibliomantik verwischt die Grenzen zwischen Fantasie und Realität. Mein Kritikpunkt wäre, dass manche Details zu Buchbeginn etwas flach wirken, doch werden diese im Verlauf ausgearbeitet. Somit wird es im Laufe immer leichter sich in den Roman hineinzulesen, ein Teil der Welt zu werden und zusammen mit den Charakteren zu fühlen. Der Spannungsbogen steigt somit zum Ende des Romans hin immer weiter an. Dort klären sich immer mehr offenen Fragen und einige Handlungsstränge werden aufgelöst – natürlich nicht alle, da noch zwei weitere Bücher folgen.

Zusammengefasst ein phantasievoller Roman, mit welchem man in eine andere Welt abtauchen kann. Zu empfehlen für Menschen jeglichen Alters.

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