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Aktuelles Frauenfrage - Kolumne Gesellschaftsleben

Die Sache mit dem Antrag

„Feminismus hin oder her- den Antrag muss der Mann machen. Das IST einfach so!“ – Oder?

„Frauenfrage“, eine Kolumne von Louisa Albrecht

Manch einer mag mich für das Thema zu jung finden, nächsten Monat werde ich gerade mal 20 und doch ist es ein Thema, über das ich mir schon so einige Gedanken gemacht habe: Heiraten.
Es ist vermutlich ein schlimmes Klischee, das ich da erfülle: Ich will später heiraten und zwei Kinder kriegen. Ein Junge, ein Mädchen, das wär doch perfekt und eine Katze fänd ich auch nicht schlecht. Den Antrag soll bitte mein Freund machen.

Inzwischen bin ich etwas mehr als drei Jahre mit ihm zusammen, dank meiner Mutter gibt es auch schon ein Hochzeitsdatum, das halb Spaß und womöglich halb ernst ist.

Es gibt bloß ein Problem (oder auch mehrere)… mein Freund fühlt sich davon unter Druck gesetzt und anscheinend noch irgendwie nicht so ganz bereit. Und abgesehen davon, und darauf will ich eigentlich hinaus- es gab noch keinen Antrag.
Ich persönlich wünsche mir, dass ER den Antrag macht. Zum einen, „weil das eben der Mann macht“ und zum anderen aus pragmatischen Gründen. Ich bin ehrgeiziger als mein Freund, zumindest zeigt es sich so in der Praxis und generell mehr so ein „Ich mach das jetzt und nehm´ es selber in die Hand“-Mensch. Mein Freund eher weniger und deswegen hätt ich gerne, dass er den Antrag macht, eben weil es ein ziemlich großer Schritt ist. Er wünscht sich jedoch dass, oder fände es zumindest gut wenn, ICH den Antrag mache…

Aber muss man überhaupt heiraten? Und ist der Wunsch von ihm, dass ich den Antrag mache nicht auch berechtigt?

Streng genommen muss heute niemand mehr heiraten. Frauen sind zumindest soweit gleichberechtigt, dass sie keinen Mann brauchen, der ihnen erlaubt, zu existieren und zu atmen, Alleinerziehende Mütter gibt es auch immer mehr.
Praktisch ist es aber schon… es gibt – meist Frauendiskrimminierende- Steuervorteile, wenn man verheiratet ist und Kindergartenplätze kriegt man teilweise auch einfacher. (Vielleicht ist das in Kleinstädten und Dörfern eher so als in der Großstadt, das weiß ich nicht). Ich bin mir sicher, dass es auch noch weitere pragmatische Vorteile gibt, zu heiraten, aber rein theoretisch braucht man die Heirat nicht mehr. Trotzdem gibt es noch genug Paare, die diesen Schritt gehen wollen.

Doch es bleibt die Frage: WER macht den Antrag? Viele Männer würden sich ihrer Männlichkeit beraubt fühlen und uns Frauen wurde von klein auf der Traum von der ewigen Liebe und dem Hinknien des Mannes eingebläut.

Ich finde es wahnsinnig schwierig, die Frage objektiv zu beantworten. Jedes Paar hat seine eigene Dynamik, seine eigenen Gründe, warum es so zusammen lebt (oder auch nicht- Hallo Fernbeziehung), wie es das tut.  Fest steht: Stichfeste Gründe, warum Männer den Antrag machen sollten, gibt es heutzutage kaum noch welche. Oder dass es überhaupt einen Antrag gibt – bei meinen Eltern war es zum Beispiel reine Formsache, fest stand schon vorher, dass sie heiraten wollen.

Wie also sieht die Lösung aus?

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