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Aktuelles Frauenfrage - Kolumne Gesellschaftsleben

Die Pille macht nicht frei

Die Antibaby-Pille gilt als das ultimative Instrument weiblicher Selbstbestimmung. Doch macht sie uns wirklich frei, oder engt sie uns nur weiter ein?

„Frauenfrage“, eine Kolumne  von Louisa Albrecht

Selbstverständlich bin ich froh, dass es die Pille gibt und wir Frauen selber darüber bestimmen können, ob wir schwanger werden oder nicht. Im Falle einer Vergewaltigung gäbe es sicherlich auch schönere Perspektiven, als auch noch schwanger zu werden.
Doch mal zurück zum Alltag.
Die Pille hilft dabei, dass Frauen ihre Menstruation beherrschen können. Und das Wort beHERRschen benutze ich absichtlich, denn dieses „in den Griff kriegen“ ist je nach Betrachtungsweise eine Angleichung an den Mann. Solange nicht einer der Partner an einer durch Geschlechtsverkehr übertragbaren Krankheit leidet, besteht kein Bedarf, Kondome zu benutzen. Ich weiß ja nicht, wie es bei euch in der Beziehung so aussieht, aber meiner Wahrnehmung nach wird Verhütungssache so wieder reine Frauensache. Ist ja auch viel bequemer, nicht wahr?
Dass sich mit der Pille auch ein Chemiecocktail verpasst wird, ignorieren viele. Dass der eigene Körper kaum kennen gelernt wird, ebenso.
Ganz ehrlich- ich hatte von 12-16 ganz normal meine Tage, von 16-19 habe ich dann die Pille genommen. Und in den drei Jahren habe ich exakt NICHTS Weiteres über meinen Körper gelernt. Ich habe keine Ahnung, wie er mir zeigt, dass ich bald fruchtbar bin oder nicht. Aktuell bin ich dabei, es mir beizubringen, aber so ganz scheint sich mein Körper noch nicht wieder von der Pille erholt zu haben. Dabei hatte ich eine niedrig dosierte, die quasi keine Nebenwirkungen hat.
Ob es vielleicht auch daran liegt, dass ich die Pille öfters aus Bequemlichkeit durchgenommen habe? Möglich.
So oder so ist seitdem Verhütung aber nicht mehr nur meine Sache in der Verhütung. Mein Partner muss sich jetzt auch wieder aktiv beteiligen. Er muss sich auch für das gemeinsame Erlebnis Gedanken und Mühen machen.
Und ja, das erste Mal war mir während der ersten Tage meiner Periode wieder so schlecht wie damals mit 14, 15 aber ansonsten hab ich damit jetzt keine Probleme mehr. Wenn ich mir überlegen müsste, was mir diesen Aspekt des Frau-Seins leichter gemacht hat – die Pille oder meine Menstruationstasse- dann würde ich definitiv letzteres nehmen.
Denn für die Pille muss man auch ständig zum Arzt rennen. Man muss dran denken, vielleicht plagen einen auch Nebenwirkungen.
Ich weiß, dass ich echt Glück mit meiner sonst so problemfreien Periode habe.
Von einigen anderen Menschen kenne ich es auch anders.
Doch dann sollten wir das nicht mit Chemie unterdrücken, sondern lieber über Gleitzeit auf der Arbeit diskutieren!

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