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Die Kulturbrauerei: Industriedenkmal mit Charme

Die Kulturbrauerei im Prenzlauer Berg in Berlin gehört zu den wenigen gut erhaltenen Industrie-Architekturdenkmälern der Stadt. In den sechs unterschiedlichen Höfen gibt es zwischen roten Backsteinbauten einiges zu entdecken. Was das Areal auch heute noch so besonders macht? Eine bunte Mischung aus Kultur und Freizeitspaß, gelebter Geschichte, Abendveranstaltungen und Museumsbesuchen.

Es ist relativ egal, von welcher der vielbefahrenen Straßen man auf das Gelände der Kulturbrauerei kommt: In jeder Situation fühlt man sich, als wäre man falsch abgebogen – so surreal wirkt das Areal der einstigen Brauerei. Die rot verklinkerten Gebäude erinnern eher an eine Filmkulisse, als an ein tatsächliches Viertel am Prenzlauer Berg.

Flanieren durch lebendige Geschichte

Spaziert man über das Gelände, spürt man förmlich die Geschichte der Kulturbrauerei, die bis ans Ende des 19. Jahrhunderts zurückreicht. Auf ca. 25.000 Quadratmetern verteilen sich 20 Gebäude mit sechs Höfen – da muss man sich erstmal kurz orientieren. Für die besonders Organisierten findet sich auf der Website der Kulturbrauerei natürlich ein Lageplan des Areals; alle anderen lassen sich am besten treiben und genießen einen entspannten Spaziergang durch die verwinkelten Höfe.

Zwischen Kultur, Büros und Feierabendbier

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In der ehemaligen Schmiede und den Ställen zu finden: das Museum in der Kulturbrauerei. Fotocredit: Stiftung Haus der Geschichte/Stephan Klonk

Dabei lohnt es sich, ein bisschen Zeit für den Besuch des Architekturdenkmals einzuplanen. Neben klassischem Sightseeing hat die Kulturbrauerei nämlich noch einiges mehr zu bieten. Die einzelnen Gebäude tragen die Namen ihrer ursprünglichen Nutzung: so gibt es etwa das Sudhaus, die Pferdeställe, die Kantine und den Flaschenkühlraum. Das Büro der Krautreporter ist so etwa in der „Restauration“ zu finden, das Tanzstudio Jangada in der „Flaschenabfüllhalle“ und die Musikschule TonArt im „Maschinenhaus“.

Neben solchen Büros und Ladenlokalen kann man auch seine Freizeit ziemlich vielseitig in der alten Kulturbrauerei verbringen. Neben Geschäften, Restaurants, Clubs und Bars gibt es zahlreiche Abendveranstaltungen, die auf dem Areal stattfinden, etwa Improtheater, Poetry Slams, Tanzkurse und Buchvorstellungen.

Wie war das damals in der DDR?

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Trabi mit Dachzelt: Die Dauerausstellung widmet sich vor allem dem Alltagsleben in der ehemaligen DDR. Fotocredit: Stiftung Haus der Geschichte/Christoph Petras

Die Kulturbrauerei ist mit einer bewegten Geschichte verbunden – zwei Weltkriege und die Teilung Deutschlands wurden hier erlebt. Wer sich vor allem für das Berlin in der Zeit der DDR interessiert, findet im Museum in der Kulturbrauerei in der ehemaligen Garage und Schmiede die passende Anlaufstelle.

Neben der Dauerausstellung, die sich vor allem mit Aspekten des Alltagslebens in der DDR beschäftigt, gibt es unterschiedliche Wechselausstellungen und Veranstaltungen. Aktuell zeigt das Museum noch bis zum 25. August Fotografien von Daniel Biskup, die auf Reisen durch Ostdeutschland nach der Wende entstanden sind. Zu sehen sind Bilder, die ein ganz bestimmtes Stimmungsbild nach der Wende einfangen – voller Hoffnung, Ängste und Visionen.

Ob man sich nun für einen Museumsbesuch, ein Feierabendbier oder einen kleinen Spaziergang durch die verwinkelten Höfe der Kulturbrauerei entscheidet – ein Besuch lohnt sich immer, um diese ganz besondere Atmosphäre des Denkmals zu erleben.

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