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Das Erfolgskonzept der FDP

Wie erreichen wir die Wählerinnen und Wähler? Wo die SPD noch verzweifelt, hat die FDP längst Antworten gefunden. Erstmals flogen die Freien Demokraten 2013 aus dem Bundestag. Doch die Zeiten in denen man um den Sprung über die fünf Prozent Hürde bangen musste, sind längst vorbei. Auf ein Wahlergebnis von bis zu 9% dürfen Spitzenkandidat Christian Linder und seine Parteifreunde hoffen. Worin liegt das Erfolgskonzept der FDP?

Christian Lindner

Man kann zur FDP stehen, wie man möchte, eines bleibt unumstritten: Christian Lindner ist DER  Shooting Star der Liberalen. Jung, selbstbewusst, offensiv. Ein Politiker, der klar sagt, was Sache ist – das kommt an. Besonders junge Menschen will er ansprechen. An der Universität Bonn hält er im Februar vor hunderten Studenten einen Vortrag. Im Anzug – mit Turnschuhen. Was dem einen zu aufgesetzt wirkt, findet der andere sympathisch. Die FPD ist eine liberal-konservative Partei. Das hat sie in der Vergangenheit vor allem bei jungen Menschen unbeliebt gemacht. Doch Christian Lindner in seinen Turnschuhen steht für das Liberale der FDP. Der konservative Teil des Programms rückt da schnell in den Hintergrund, wirkt unscheinbar. Christian Lindner weiß, wie er sich taktisch klug in Szene setzen kann.

Ein-Mann-Strategie

Ein kleines Quiz: Nenne drei Politiker der Parteien CDU, SPD, Grüne, Linke, AfD und FDP! Spätestens bei der FDP dürfte man nach Christian Lindner schwer ins Grübeln kommen. Das liegt ganz einfach daran, dass Herr Lindner im Grunde genommen eine gesamte Partei im Alleingang repräsentiert. Und das sehr erfolgreich. So hat er als Spitzenkandidat für die Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen ganze 12,6% herausholen können. Da kann man mal klatschen. Dass er aber gar nicht mehr im Landtag vertreten sein wird, sollte der Einzug in den Bundestag klappen, vergessen viele. Nicht, dass er das verschwiegen hätte. Doch da sollte man sich als Wähler fragen: Wer sind die Politiker, die 28 Mandate im NRW-Landtag inne haben? Und wen wählt man da eigentlich abgesehen von Christian Lindner in den Bundestag? Die FDP muss das nicht weiter kümmern, denn ihre Ein-Mann-Strategie geht voll auf!

Homepage

Auch mit der Homepage können die Liberalen punkten. Kurz und knackig werden die Programmpunkte für die kommende Bundestagswahl vorgestellt. Was in den sozialen Netzwerken funktioniert, klappt auch auf der eigenen Homepage. So kann man sich die „5 Fakten zur inneren Sicherheit“ ganz locker flockig in fünf kurzen Statements durchlesen. Die farbenfrohe Aufmachung lädt zum Lesen ein. Und wer sich tatsächlich für konkrete Inhalte interessiert, kann sich durch einen einfachen Klick eine ausführlichere Version durchlesen. Politisches Programm simpel und ansprechend an den Mann bringen – die FDP hat verstanden wie.

Wahlplakate

Die Wahlplakte könnten aus dem Intro der vierten Staffel der US-Serie New Girl sein. Nur, dass sie obendrein noch in schwarz-weiß abgedruckt sind. Der Hipster lässt grüßen. Fraglich, ob diese Darstellung auch eine ältere Zielgruppe anspricht. Oder baut man sich etwa gezielt eine junge Stammwählerschaft auf? Was auch immer die Intention hinter den Plakaten ist – sie fallen auf. Modern und frisch präsentieren sie die Kandidaten und das Programm, und heben sich von den vergleichsweise langweiligen Plakaten der CDU klar ab.

Eines ist klar – die FDP hat aus ihrem Tief heraus gefunden und ist bereit für die Bundestagswahl 2017. Sie präsentieren sich als moderne Partei, die dem digitalen Zeitgeist entspricht. Die Mischung aus konservativ und liberal fällt auf, polarisiert – und funktioniert.

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