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	<title>MEDIENBLICK BONN &#187; Interviews</title>
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		<title>Die radikale Veränderung öffentlicher Politik</title>
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		<pubDate>Thu, 29 Sep 2011 04:00:19 +0000</pubDate>
		<dc:creator>chaerthe</dc:creator>
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		<description><![CDATA[<p style="text-align: justify;">Soziale Netzwerke sind für viele längst ein alter Hut. Ihre Auswirkungen   auf die öffentliche Kommunikation sind jedoch nach wie vor nicht   absehbar. Fest steht nur das eine: Insbesondere die Politik steht vor   großen Herausforderungen. Ein sehr persönliches Gespräch mit dem netzpolitischen Sprecher der SPD-Fraktion im Bundestag sowie <p>Lies weiter in <a href="http://medienblick-bonn.de/durchblick/interviews/die-radikale-veranderung-offentlicher-politik">Die radikale Veränderung öffentlicher Politik</a></p>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;"><strong>Soziale Netzwerke sind für viele längst ein alter Hut. Ihre Auswirkungen   auf die öffentliche Kommunikation sind jedoch nach wie vor nicht   absehbar. Fest steht nur das eine: Insbesondere die Politik steht vor   großen Herausforderungen. Ein sehr persönliches Gespräch mit dem netzpolitischen Sprecher der SPD-Fraktion im Bundestag sowie Mitglied der <a href="http://www.bundestag.de/internetenquete/" target="_blank">Enquete-Komission &#8220;Internet und digitale Gesellschaft&#8221;</a>, <a href="http://www.lars-klingbeil.de/" target="_blank">Lars Klingbeil</a>. Er gibt Einblick in seinen Umgang mit – sowie den Chancen und Risiken von – Facebook,   Twitter &amp; Co.</strong></p>
<p style="text-align: justify;"><strong> </strong></p>
<p><strong> </strong></p>
<p><strong> </strong></p>
<p><strong></p>
<div id="attachment_15756" class="wp-caption aligncenter" style="width: 310px"><a rel="attachment wp-att-15756" href="http://medienblick-bonn.de/durchblick/interviews/die-radikale-veranderung-offentlicher-politik/attachment/dsc_0535"><a href="http://medienblick-bonn.de/durchblick/interviews/die-radikale-veranderung-offentlicher-politik"><img class="size-medium wp-image-15756" title="DSC_0535" src="http://medienblick-bonn.de/wp-content/uploads/2011/09/DSC_0535-300x200.jpg" alt="" width="300" height="200" /></a></a><p class="wp-caption-text">Foto: I. Mielke</p></div>
<p></strong></p>
<p><strong> </strong></p>
<p><strong> </strong></p>
<p><strong> </strong><span id="more-15754"></span></p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Herr Klingbeil, Sie scheinen zu einer neuen Generation von Politikern zu gehören. Sie informieren Bürger nicht nur in sozialen Netzwerken über ihre Arbeit, sie nutzen diese Plattformen auch, um sich Meinungen einzuholen und Ihre eigene damit zu bilden. Ist es gerade für junge Politiker mittlerweile sowas wie eine Pflicht im Bereich Social Media aktiv zu sein?</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Nein. Es gibt überhaupt keine Verpflichtung für junge Politiker in Sozialen Netzwerken aktiv zu sein. Wenn man da keine Affinität zu hat und wenn man kulturell damit nicht klar kommt, dann funktioniert das einfach nicht. Es wird glaube ich auch gemerkt, wenn das nicht echt ist.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong> Überlegen Sie eigentlich jedes Mal ganz genau, was sie in Sozialen Netzwerken „zwitschern“?</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Mittlerweile ja. Ich habe auch mal getwittert ‚Ich bin auf dem DFB-Pokal-Finale‘ und da kriegt man gleich Antworten aus dem Wahlkreis, wie beispielsweise ‚ja klar, ihr Politiker bekommt Freikarten‘ und so weiter. Ich hatte auch eine Situation, da war ich in Washington und habe den ganzen Tag Termine gehabt. Und da ging ich abends nochmal in den Bücherladen Barnes &amp; Noble, checkte mich dort bei <a href="https://foursquare.com/" target="_blank">Foursquare</a> ein und guckte nach Büchern. Da kam dann auch ein Kommentar ‚Naja, Urlaub?‘. Da passt man dann halt schon auf.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Gab es auch schon mal die Situation, dass ein Tweet Ihnen nicht nur einen negativen Kommentar, sondern auch eine negative Schlagzeile einbrachte?</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Mein Wahlkreiskollege von den Grünen, Sven Kindler, und ich haben uns während der Konstituierung des Deutschen Bundestages über Twitter ausgetauscht. Ich war am Abend vorher auf einem Jan Delay Konzert und habe dann, weil bei der Veranstaltung immer ein Orchester spielt, vorher getwittert  ‚also wenn ich hier mal was zu sagen habe, dann wäre mein Wunsch, dass Jan Delay hier mal eröffnet‘. Und dann ging das hin und her und am nächsten Tag stand bei mir in der Lokalpresse auf Seite 1 groß „Kindler und Klingbeil twittern im Parlament. Und das war dann ein riesen Skandal, wo wir auch mehrere Briefe bekamen, das sei ja unangemessenes Verhalten und nicht würdig und so weiter.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Beobachtet die Partei, was man in Sozialen Netzwerken von sich gibt und schreitet vielleicht sogar an manchen Stellen ein?<em><br />
</em></strong></p>
<p style="text-align: justify;">Nein. Ich weiß, dass mein Mitarbeiter alle meine Gruppen bei MeinVZ durchforstet hat und ich dann aus diversen austreten musste. Ich bin aber noch nie aus meiner Partei auf irgendein Tweet angesprochen worden von wegen ‚das ging gar nicht‘. Da gibt es kein Kontrollgremium oder sowas.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Wie gehen Sie mit dem Spannungsverhältnis zwischen Privatheit und Politik in der Kommunikation über soziale Netzwerke um? </strong></p>
<p style="text-align: justify;">Es ist ein Spagat. Es gibt halt nicht den Politiker Klingbeil und den Privatmensch, sondern es gibt das Gesamtbild. Und da finde ich ist das eigentlich eine wunderbare Möglichkeit über Soziale Netzwerke den Gesamteinblick zu geben.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Wo ziehen sie denn die Grenze – was würden sie nicht in sozialen Netzwerken preisgeben? </strong></p>
<p style="text-align: justify;">Die Grenzen macht man glaube ich immer individuell, je nach Situation aus. Aber ich würde sagen, dass was ich im großen Kreise nicht erzählen würde, würde ich jetzt auch nicht twittern. An Vatertag lohte ich auch immer wieder aus. Ich gehe an diesem Tag mit meinen Kumpels seit Jahren immer los mit dem Bollerwagen. Ich finde auch, dass ich als 33-jähriger das Recht habe das zu tun. Aber ich weiß, nach dem zweiten Bier ist Schluss. In dem Moment, wo ich ein Bier zu viel trinke, hat jeder von ein Handy mit, das YouTube-fähig ist. Mein Gott, ein Abgeordneter darf mal betrunken sein, er ist genauso ein Mensch wie jeder andere. Es ist aber eine Grenze für mich. Ich darf das nicht.</p>
<p style="text-align: justify;">Es gibt kein Handbuch mit den zehn goldenen Regeln des Kommunizierens via Twitter. Wir sind jetzt die Generation, die das herausfinden muss. Vielleicht ist es ja auch irgendwann so, dass bestimmte Dinge einfach nicht mehr interessieren. Aber dass ich auf einem Fußballspiel bin, ich mir gerade eine CD gekauft habe oder gerade auf einem Konzert bin, das denke ich, ist ok.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>&#8216;Ganz ok&#8217; ist das natürlich auch, weil Sie damit Ihr Image in der Öffentlichkeit beeinfussen können.</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Natürlich mache ich das nicht, weil ich sonstwas zu tun habe. Es macht mir Spass. Aber trotzdem habe ich auch einen Nutzen davon. Ich treffe Leute im Wahlkreis, die mir sagen, dass sie endlich wissen, was ein Abgeordneter so macht – weil wir bei Facebook befreundet sind. Da entstehen Bindungen und das ist natürlich ein super Mehrwert für meine Arbeit. Ich finde es hilft auch einfach die Distanz zwischen Bürger und Politiker zu verringern. Ich habe glaube ich ca. 160.000 Leute in <a href="http://www.lars-klingbeil.de/wahlkreis/" target="_blank">meinem Wahlkreis</a>, die kann ich ja nie wirklich alle treffen. Wenn dadurch aber eine Kommunikation entsteht und es ist eine Kommunikation in beide Richtungen, dann ist das ein wunderbares Instrument und wird noch viel zu wenig benutzt.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Denken Sie, dass Sie durch diese neuen Kommunikationsmittel auch neue Zielgruppen erreichen?</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Es gibt da ein Beispiel, das ich in dem Zusammenhang gerne erzähle. Ich hatte eine Schulklasse aus meinem Wahlkreis hier, Hauptschule, neunte oder zehnte Klasse. Denen habe ich gesagt, dass sie gerne auch über Facebook auf mich zukommen können, wenn ich ihnen bei irgendetwas helfen soll oder kann. Ein paar Wochen später bekam ich von sieben oder acht Schülern davon an einem Freitag Nachmittag eine Nachricht, dass sie ihre Zeugnisse noch nicht bekommen haben, obwohl sie diese dringend brauchten, um sich zu bewerben. Das fand ich für Hauptschüler nicht so das typische Verhalten, dass sie auf einen Bundestagsabgeordneten zugehen. Ich meine das überhaupt nicht arrogant oder so. Das fand ich schon erstaunlich, weil ich glaube, dass sie nicht in meine Bürgersprechstunde gekommen wären, mir einen Brief geschrieben hätten, vielleicht noch nicht einmal eine E-Mail. Aber über Facebook bin ich deren Freund und das Angebot so niedrigschwellig, dass ich dem mal eben schreibe. Das ist jetzt aber ein Fall. Ob das repräsentativ ist, kann ich jetzt noch nicht sagen.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Pflegen Sie diesen direkten Austausch, wie er für Soziale Netzwerke typisch ist, auch in anderen Bereichen?</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Wir versuchen gezielt in unseren Kommunikationsformen den Wandel zu machen. Ich habe einen Newsletter, den ich sehr auf Feedback ausgerichtet formuliere. Bei 1.200 Leuten kriegt man circa zehn bis fünfzehn E-Mails zurück. Das funktioniert schon und die kriegen dann auch wieder alle eine Antwort. Diese Kommunikationsform lässt sich nicht nur in den sozialen Netzwerken praktizieren. Bei der Entscheidung über die Präimplantationsdiagnostik im Deutschen Bundestag beispielsweise. Da habe ich eine Veranstaltung zu gemacht. Wir haben 600 Einladungen an alle möglichen Gruppen geschickt und gesagt ‚ich habe noch keine Meinung zur PID, bitte kommen sie und diskutieren mit mir darüber‘. Da kamen sehr viele Leute aus der Praxis, die das diskutiert haben. Einmal klingelte sogar mein Handy, meine Handynummer steht auch auf meiner Homepage, und es rief eine Dame an, die in der Zeitung gelesen hatte, dass die Entscheidung dazu bald ansteht und mir noch schnell ihre Meinung dazu sagen wollte.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Spätestens seit dem Superwahljahr 2009 sind die meisten Parteien – mehr oder weniger – aktiv in sozialen Netzwerken, dennoch gibt es bei vielen noch Vorbehalte. Wie ist die Haltung der SPD? </strong></p>
<p style="text-align: justify;">Das ist auch ein Kampf. Also ich habe jetzt gehört, dass der Pressesprecher von Gabriel auf einem Podium geäußert hat, dass das mit Twitter alles Quatsch sei. Auf der anderen Seite hat Andrea Nahles als Generalsekretärin im Willy Brandt Haus einen News Desk eingerichtet, wo auch sechs oder sieben Leute geholt wurden, die vorher bei anderen Medien waren, Online gemacht haben und teilweise nicht Mitglieder der Partei sind. Die heizen jetzt Debatten an, bedienen die Sozialen Netzwerke und haben das alles verstanden. Das finde ich super, dass man das macht, wenn kein Wahlkampf ist und nicht drei Wochen vorher mit einer neuen Homepage kommt. Man hat schon verstanden, dass sich Kommunikation ändert.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Dazu passt natürlich der Vorstoß Ihres Parteivorsitzenden, Sigmar Gabriel. Im Mai regte dieser zusammen mit Andrea Nahles in ihren Vorschlägen zur Parteireform an, man solle den Kanzlerkandidaten demnächst nicht mehr parteiintern, sondern öffentlich wählen. Was halten Sie davon?</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Ich gehöre glaube ich zu den wenigen Abgeordneten, die richtig gut finden, was Gabriel dort gemacht hat. Es muss eine radikale Veränderung öffentlicher Politik geben und Transparenz und Beteiligung sind für mich die Schlagworte. Ich kann natürlich verstehen, wenn Leute sagen, ein Parteibuch ist ein Privileg und es ist etwas anderes, ob ich in einen Verein eintrete oder für die Werte einer Partei kämpfe. Meine Wahrnehmung ist eben, dass Parteien nicht sexy sind. Aber derjenige, der die Möglichkeit hat mitzuarbeiten, macht auch irgendwann den Schritt einzutreten. Ich glaube da muss man einfach mal experimentieren. Es ist nicht so, dass es da den Königsweg gibt, aber wenn Parteien bleiben, wie sie sind, dann werden sie sicher irgendwann an die Grenzen ihrer Legitimität stoßen, weil sich immer mehr Menschen abwenden.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Wie beurteilen Sie also abschließend die Veränderung, die durch die neuen Kommunikationsformen stattfindet und die Folgen für die Politik?</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Es ist eine Chance, aber natürlich verändert es auch die Politik. Es ist eine Machtverschiebung die auch über Social Media stattfindet und auf der anderen Seite ermöglicht es auch eine größere Transparenz. Ich glaube insgesamt besteht darin für Politik und Demokratie eine große Chance.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Herr Klingbeil, wir danken Ihnen für das Gespräch!</strong></p>
<p><a href="https://twitter.com/share" class="twitter-share-button" data-count="none">Tweet</a><script type="text/javascript" src="//platform.twitter.com/widgets.js"></script></p>
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		<title>Best Practice: Ein Jahr nach der Street-View-Panik</title>
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		<pubDate>Thu, 01 Sep 2011 04:00:15 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[<p class="wp-caption-text">Foto: http://twitter.com/#!/jensbest</p>
<p style="text-align: justify;">Jens Best hat dem „deutschen Michel“ 2010 ganz schön auf die Füße getreten. Zunächst war es nur ein „Tweet“ mit einer provokanten Ankündigung: Er wolle alle bei Street-View verpixelt dargestellten Häuser erneut fotografieren und georeferenziert ins Internet stellen. Darauf die Frage „Wer macht mit?“. Obwohl nicht als Kampagne gedacht, erklärten sich <p>Lies weiter in <a href="http://medienblick-bonn.de/durchblick/thema/best-practice-ein-jahr-nach-der-street-view-panik">Best Practice: Ein Jahr nach der Street-View-Panik</a></p>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_15078" class="wp-caption alignleft" style="width: 119px"><a rel="attachment wp-att-15078" href="http://medienblick-bonn.de/durchblick/thema/best-practice-ein-jahr-nach-der-street-view-panik/attachment/bild_13_reasonably_small" target="_blank"><a href="http://medienblick-bonn.de/durchblick/thema/best-practice-ein-jahr-nach-der-street-view-panik"><img class="size-full wp-image-15078 " src="http://medienblick-bonn.de/wp-content/uploads/2011/08/Bild_13_reasonably_small.png" alt="" width="109" height="109" /></a></a><p class="wp-caption-text">Foto: http://twitter.com/#!/jensbest</p></div>
<p style="text-align: justify;"><strong>Jens Best hat dem <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Deutscher_Michel" target="_blank">„deutschen Michel“</a> 2010 ganz schön auf die Füße getreten. Zunächst war es nur ein „Tweet“ mit einer provokanten Ankündigung: Er wolle alle bei Street-View verpixelt dargestellten Häuser erneut fotografieren und georeferenziert ins Internet stellen. Darauf die Frage „Wer macht mit?“. Obwohl nicht als Kampagne gedacht, erklärten sich daraufhin erstaunlich viele dazu bereit und eine Art Bewegung entstand. Mag sie auch auf Provokation gegründet sein, ihr Hintergrund war und ist weit mehr als das. <span id="more-15077"></span></strong></p>
<p style="text-align: justify;">Es war eines der großen Themen 2010: Die Einführung der Street View-Funktion des Web-Geodienstes Google Maps. Politik, Datenschützer und Bedenkenträger liefen Sturm gegen das Projekt. Einen selbst überfiel auch gerne mal ein mulmiges Gefühl: Ausgerechnet der Konzern, der unter anderem durch seine datenhungrige Suchmaschine mehr über mich weiß, als so manch bester Freund, will Straßenansichten meines Hauses der ganzen Welt präsentieren – ohne mich zu fragen?</p>
<p style="text-align: justify;">Dann wurde noch bekannt, dass die Kamerawagen – deren Aufbauten nach einer bedrohlichen technischen Gemeinschaftserfindung von <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Steven_Spielberg" target="_blank">Steven Spielberg</a> und dem <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Pentagon" target="_blank">US-Pentagon</a> aussahen – während ihrer Aufnahmen Daten aus unverschlüsselten WLAN-Netzen mitgeschnitten hatten. Damit war die deutsche Street-View-Panik perfekt. Der <a href="http://www.bundesrat.de/" target="_blank">Bundesrat</a> verabschiedete sogar einen <a href="http://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/0,1518,705629,00.html" target="_blank">Gesetzesvorschlag</a>. Dieser sah vor die Anonymisierungspflicht – also das „Verpixeln“ –  von Kfz-Kennzeichen und Gesichtern, auch auf die Fassaden von Wohnhäusern auszuweiten, wenn Mieter oder Hausbesitzer sich dafür aussprechen. Der Einführungstermin von Street View zögerte sich immer weiter hinaus. Bis man in der Nacht auf den 18.11.2010 die Straßen der 20 größten Städte Deutschlands tatsächlich digital entlang flanieren konnte.</p>
<p style="text-align: justify;">Bis dahin waren 244 000 Anträge auf Unkenntlichmachung des Hauses bei Google eingegangen. Verhältnismäßig wenig, wenn man bedenkt, dass sich in manchen Umfragen während der großen Panik teilweise die Hälfte der Bürger gegen den Dienst ausgesprochen hatte. Lange Zeit schien sich die Nation in der öffentlichen Debatte einig zu sein: Der unheimliche Web-Gigant dürfe nicht einfach machen was er wolle – erst recht nicht mit den Bildern des eigenen Hauses.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>„Das war ein sehr schwieriges Ding…“</strong></p>
<div id="attachment_15094" class="wp-caption alignleft" style="width: 184px"><a rel="attachment wp-att-15094" href="http://medienblick-bonn.de/durchblick/thema/best-practice-ein-jahr-nach-der-street-view-panik/attachment/dscf0775-2" target="_blank"><img class="size-medium wp-image-15094 " src="http://medienblick-bonn.de/wp-content/uploads/2011/08/DSCF07751-300x225.jpg" alt="" width="174" height="130" /></a><p class="wp-caption-text">Foto: Julian Ruiz-Ribota</p></div>
<p style="text-align: justify;">Genau das ärgerte <a href="http://www.google.de/search?q=jens+best&amp;ie=utf-8&amp;oe=utf-8&amp;aq=t&amp;rls=org.mozilla:de:official&amp;client=firefox-a" target="_blank">Jens Best</a>. Und so ärgerte der Web- <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Entrepreneur" target="_blank">Entrepreneur</a> und Social-Media-Berater schon im Mai – sechs Monate vor Start – auf Twitter zurück. Alle verpixelten Häuser wolle er fotografieren und wieder ins Netz stellen, „wer macht mit?“. Es meldeten sich innerhalb von zwei Tagen 150 Bereitwillige und ein Redakteur der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. In den darauf folgenden Monaten sollten viele Beiträge in unterschiedlichen Medien folgen. Best hatte mit seinem „Tweet“ nicht nur Web-Aktivisten mobilisiert, sondern damit auch öffentliches Interesse geweckt – unbeabsichtigt, wie er sagt: „Es war nicht so überlegt, dass ich gesagt habe, ich mach da jetzt eine Kampagne. Aber ich habe sie natürlich nicht abgelehnt. Im Gegenteil, ich habe sie natürlich gefördert.“</p>
<p style="text-align: justify;">Dass er mit seinem provokanten Projekt vielen Menschen einen Schritt zu weit ging, wurde ihm spätestens nach dem <a href="http://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/0,1518,712426,00.html" target="_blank">Artikel über ihn auf Spiegel Online</a> bewusst: „Das war ein sehr schwieriges Ding die ersten Tage nach dem Spiegel Online-Artikel. Da ging die ganze Welle wirklich nach oben – mit Aufmerksamkeit und auch mit merkwürdigen Mails, wo Leute auf Facebook mir auch unter ihrem realen Namen gedroht haben.“ Doch dabei sollte es nicht bleiben. Wüste Beschimpfungen und Gewaltandrohungen hat er auch im „analogen Leben“ erfahren. Kein Wunder.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Die Kaltblütigkeit einer neuen Web-Avantgarde?</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Best hat einen empfindlichen Nerv getroffen: des Deutschen Heim – Hort der Gemütlichkeit und des privaten Glücks. Dass die von ihm initiierte Kampagne ausgerechnet diejenigen trifft, denen die schöne neue Welt nicht geheuer ist und deshalb ihr Privatleben in Gefahr wähnen, wirkt nicht nur provokativ. Es wirkt auf den ersten Blick eher wie die Kaltblütigkeit einer neuen Web-Avantgarde.</p>
<p style="text-align: justify;">Doch warum sollte man dafür seine öffentliche Reputation, Kundenaufträge und nicht zuletzt seine körperliche Unversehrtheit riskieren? Wer Best kennenlernt, der merkt, dass es ihm tatsächlich ernst ist. Es geht ihm um mehr als um pure Provokation. Best: „Es war einfach der Punkt, dass ich gesagt habe, das ist mir nicht sortiert genug, da ist kein Diskurs, da wird einfach nur geschrien ‚Häuser dürfen nicht fotografiert werden‘ und es wird überhaupt nicht gefragt warum – oder warum eigentlich doch. Es ging mir um die Debatte. Es ging mir ja nicht darum 250.000 Häuser wirklich zu fotografieren.“</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>„Wenn man das digitale Wohnzimmer verteidigt, dann muss man auch die digitale Straße verteidigen.“</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Best sah im Kanon der allgemeinen Street-View-Kritik geltendes Recht in Gefahr. Politische Schnellschüsse, wie die <a href="http://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/0,1518,705629,00.html" target="_blank">Gesetzesinitiative des Bundesrats</a>, hätten ihm zufolge das Recht der <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Panoramafreiheit" target="_blank">Panoramafreiheit</a> für das Internet abgeschafft – ohne dass darüber im Vorfeld ausgewogen diskutiert worden wäre. Das hieße im Klartext, dass das Recht darauf, von öffentlichen Plätzen aus Fotos von festen Installationen – wie Häusern – machen zu dürfen, im Internet nicht mehr gegolten hätte.</p>
<p style="text-align: justify;">Best: „Und da dachte ich ne, ne, ne, ne, ne. Hier wird gerade ein Gesetz gemacht, dass die Panoramafreiheit hintenherum absticht. Wenn man das digitale Wohnzimmer verteidigt, dann muss man auch die digitale Strasse verteidigen. Im Sinne von <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Hannah_Arendt" target="_blank">Hannah Ahrendt</a>: Das Öffentliche und das Private bedingen einander. Das war für mich immer der Wunsch, eine mehr <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Dialektik" target="_blank">dialektische Debatte </a>darum mit offenem Ergebnis. Wenn wir dann zu dem Ergebnis kommen, dass wir das digitale Abbilden nicht gut finden, dann ist das so. Aber nicht so mit Geschrei und Darfst-du-nicht.“</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>„Das ist so ein bißchen die Janusköpfigkeit des Aktivismus.“</strong><strong> </strong></p>
<p style="text-align: justify;">Jens Best ging und geht es also um eine nüchterne Debatte über digitale Öffentlichkeit: Was ist erlaubt, was nicht? Und wie soll unsere digitale Öffentlichkeit aussehen? Dass sein Beitrag dazu jedoch ebenfalls alles andere als nüchtern daher kommt, kann man ihm vorwerfen. Best erklärt: „Das ist so ein bißchen die <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Janus_%28Mythologie%29" target="_blank">Janusköpfigkeit</a> des Aktivismus. Die hat aber einen Grund. Auf der einen Seite will man coole Sachen machen und die Leute mitnehmen. Aber Leute mitnehmen und Leute vor den Kopf stoßen sind immer so Abwägungsprozesse. Ich habe beides. Ich habe kein Problem damit zu provozieren, auch grundlos. Aber hier habe ich ja einen Grund.“</p>
<p style="text-align: justify;">Insgesamt haben heute 900 aktive Fotografen wegen einer Tweet von Jens Best Grund verpixelte Häuser „abzuschießen“. Auf der Internetseite <a href="http://www.findedaspixel.de/" target="_blank">www.findedaspixel.de</a> tragen Web-Aktivisten verpixelte Häuser ein, sodass Fotografen einfach nur kurz nachsehen und fotografieren gehen können. Auch wenn man ihr Anliegen versteht, es bleibt ein wenig Mitleid mit denen, die das alles nicht verstehen, sich vor dem bösen Google-Ungeheuer in Sicherheit wähnten und berechtigte Einwände dagegen haben, dass jeder nachsehen kann in was für einer Herberge man wohnt. Ob der Zweck also die Mittel heilt, bleibt die Frage. Jens Best jedenfalls hat sich diese beantwortet. Er selbst schießt auf Anraten seines Anwalts jedoch keine Fotos mehr. Findedaspixel.de war wohl sein lezter großer Streich für die „Anti-Verpixelungs-Community“.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Digitale Öffentlichkeit gestalten und erleben</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Eines seiner nächsten Projekte beweist, dass der Liebhaber dialektischer Debatten keineswegs nur vor den Kopf stoßen kann und will. In Zusammenarbeit mit drei Bundestagsabgeordneten und ihrer Kommunen sowie der <a href="http://www.zuhoeren.de/" target="_blank">Stiftung Zuhören</a> plant er das „Heimatmuseum 2.0“. Mithilfe von Bildern der Heimatmuseen, Wikipedia und dem Open-Source-Geodienst <a href="http://www.openstreetmap.de/" target="_blank">OpenStreetMap</a> sollen im Web historische Fotos von bestimmten Orten sowie Informationen dazu georeferenziell miteinander verknüpft werden. Nutzer könnten so ihre Heimat ganz neu entdecken und beispielsweise herausfinden, wie es an dem Platz, wo sie gerade stehen, früher einmal ausgesehen hat. Menschen sollen so die digitale Öffentlichkeit und ihren Nutzen erleben sowie bei ihrer Gestaltung mitwirken – und das klingt dann mal tatsächlich nach „Best practice“.</p>
<p><a class="twitter-share-button" href="http://twitter.com/share">Tweet</a><script src="http://platform.twitter.com/widgets.js" type="text/javascript"></script></p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>Die Fachschaft der KoWi</title>
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		<pubDate>Tue, 10 May 2011 15:00:04 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Philine Lissner</dc:creator>
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		<description><![CDATA[<p style="text-align: justify;"></p>
<p style="text-align: justify;">Genau wie die Germanisten sind natürlich auch die Kommunikations- und Medienwissenschaftler durch eine engagierte Fachschaft vertreten. Um einen kleinen Blick hinter die Kulissen zu werfen, trafen wir das Fachschaftsmitglied Christiane Fischer zum Gespräch. </p>
<p style="text-align: justify;">  </p>
<p style="text-align: justify;">Aus wievielen Mitgliedern besteht die Fachschaft?</p>
<p style="text-align: justify;">Aus sieben gewählten Fachschaftlern.</p>
<p style="text-align: <p>Lies weiter in <a href="http://medienblick-bonn.de/uniblick/studium/die-fachschaft-der-kommunikationswissenschaften">Die Fachschaft der KoWi</a></p>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;"><a href="http://medienblick-bonn.de/uniblick/studium/die-fachschaft-der-kommunikationswissenschaften"><img class="aligncenter size-medium wp-image-13052" title="kowireloaded_front" src="http://medienblick-bonn.de/wp-content/uploads/2011/05/kowireloaded_front-213x300.jpg" alt="" width="266" height="374" /></a></p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Genau wie die <a href="http://medienblick-bonn.de/uniblick/studium/was-macht-eigentlich-die-fachschaft-gekovoska" target="_blank">Germanisten </a>sind natürlich auch die Kommunikations- und Medienwissenschaftler durch eine engagierte Fachschaft vertreten. Um einen kleinen Blick hinter die Kulissen zu werfen, trafen wir das Fachschaftsmitglied Christiane Fischer zum Gespräch. </strong></p>
<p style="text-align: justify;"><strong> </strong><span id="more-13051"></span><strong> </strong></p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Aus wievielen Mitgliedern besteht die Fachschaft?</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Aus sieben gewählten Fachschaftlern.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Unter Medienstudenten herrscht ja ein kleiner Frauenüberschuss, habt ihr auch nur Frauen in der Fachschaft? </strong></p>
<p style="text-align: justify;">Nein, die Männer werden bei uns durch immerhin ein Mitglied repräsentiert!</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Welchen Aufgaben geht die Fachschaft nach? </strong></p>
<p style="text-align: justify;">Sehr wichtig ist die Betreuung der Erstsemester, die bei ihrem Einstieg ins Studium begleitet werden sollen. Wir waren letztes Semester bei der Einführungsveranstaltung dabei und haben dort auch für ein gemeinsames Frühstück gesorgt, außerdem wurde eine Kneipentour zum Kennenlernen veranstaltet. Daneben nehmen wir an Institutsversammlungen teil, organisieren nette Grill-Zusammenkünfte und schmeißen natürlich die obligatorische Fachschaftsparty. Die nächste am 12. Mai ist schon die zweite während unserer Amtszeit und wird bestimmt wieder super! Ach ja, und vor nicht allzulanger Zeit haben wir den Aufenthaltsraum im Institut renoviert und mit neuen Möbeln bestückt.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Ein Aufenthaltsraum im Institut? </strong></p>
<p style="text-align: justify;">Ja, dort können die Studis die Zeit zwischen Veranstaltungen verbringen, sich mal schnell mit der Referatsgruppe treffen und haben auch Internetzugang.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Wie teilt ihr euch diese ganze Arbeit auf? </strong></p>
<p style="text-align: justify;">Wir haben eine klare Aufgabenverteilung nach Finanzreferat, Website und Mails, Kassenwartung und Sponsoring, Vorsitz, stellvertretendem Vorsitz, und dann gibt es noch zwei Zuständige für die Erstsemester-Betreuung.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Und zur Koordination trefft ihr euch regelmäßig?</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Ja, aber je nach Bedarf läuft auch viel über Online-Kommunikation ab – ganz unserem Studiengang gemäß.</p>
<p style="text-align: justify;">&nbsp;</p>
<p style="text-align: justify;"><em>PS: Am Donnerstag, 12.05.2011, findet die erste Kowi-Party in diesem Semester statt. Beginn: 22 Uhr, Ort: Der Goldene Engel, Friedrichstr./Ecke Kesselgasse 1, 53111 Bonn Zentrum. Tickets an der Abendkasse kosten 5 Euro.</em></p>
<p style="text-align: justify;">&nbsp;</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Der Medienzirkus und ich</title>
		<link>http://medienblick-bonn.de/durchblick/interviews/der-medienzirkus-und-ich</link>
		<comments>http://medienblick-bonn.de/durchblick/interviews/der-medienzirkus-und-ich#comments</comments>
		<pubDate>Sat, 19 Mar 2011 12:30:04 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Kerstin Siegburg</dc:creator>
				<category><![CDATA[Interviews]]></category>
		<category><![CDATA[März 2011: Medienzeiten]]></category>
		<category><![CDATA[Rückblick]]></category>
		<category><![CDATA[ausbildung]]></category>
		<category><![CDATA[ebook]]></category>
		<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Medienzirkus]]></category>
		<category><![CDATA[Studium]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://medienblick-bonn.de/?p=12439</guid>
		<description><![CDATA[<p style="text-align: justify">
<p class="wp-caption-text">usien/commons</p>
<p>Hier haben wir über eine Ausbildung im Medienbereich berichtet. Nun lassen wir zwei Mädels zu Wort kommen, die im Medienzirkus schon bunt mitmischen&#8230; Ein kleiner Eindruck in 11 Fragen. </p>
<p style="text-align: justify">Vanessa, Seiltänzerin und überzeugte Kurpfälzerin braucht kein gespanntes Netz.</p>
<p style="text-align: justify">
</p>
<p style="text-align: justify">Leben wir im Jahrhundert der Medien?</p>
<p style="text-align: justify">Auf jeden <p>Lies weiter in <a href="http://medienblick-bonn.de/durchblick/interviews/der-medienzirkus-und-ich">Der Medienzirkus und ich</a></p>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify">
<div id="attachment_12482" class="wp-caption aligncenter" style="width: 210px"><a href="http://medienblick-bonn.de/durchblick/interviews/der-medienzirkus-und-ich"><img class="size-medium wp-image-12482" src="http://medienblick-bonn.de/wp-content/uploads/2011/03/400px-Dach_des_Cirkus_Kronebaus_in_Muenchen-200x300.jpg" alt="" width="200" height="300" /></a><p class="wp-caption-text">usien/commons</p></div>
<p><strong><a href="http://medienblick-bonn.de/durchblick/ich-mache-etwas-mit-medien" target="_blank">Hier </a>haben wir über eine Ausbildung im Medienbereich berichtet. Nun lassen wir zwei Mädels zu Wort kommen, die im Medienzirkus schon bunt mitmischen&#8230; Ein kleiner Eindruck in 11 Fragen. <span id="more-12439"></span></strong></p>
<p style="text-align: justify"><em><strong>Vanessa, Seiltänzerin und überzeugte Kurpfälzerin braucht kein gespanntes Netz.</strong></em></p>
<p style="text-align: justify"><strong><img class="aligncenter size-medium wp-image-12479" src="http://medienblick-bonn.de/wp-content/uploads/2011/03/Vanessa-Schäfer-sw-200x300.jpg" alt="" width="172" height="259" /><br />
</strong></p>
<p style="text-align: justify"><strong>Leben wir im Jahrhundert der Medien?</strong></p>
<p style="text-align: justify">Auf jeden Fall. Medien sind überall – es gibt kein Entkommen. Sie begleiten uns vom frühen Morgen an über den ganzen Tag bis hin zum Schlafengehen.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Gibt es DEN Weg in die Medien?</strong></p>
<p style="text-align: justify">DEN klassischen Weg in die Medien gibt es im Vergleich zu anderen Branchen nicht. Es gibt 1001 Wege, bei den Medien zu landen. Jeder hat etwas für sich. Manche Wege sind steiniger als andere, aber mit dem richtigen Ziel vor Augen sind alle Wege beschreitbar.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Ausbildung oder Studium?</strong></p>
<p style="text-align: justify">Am besten Quereinsteiger :-) Das sind Leute, die es meistens richtig drauf haben, kreative Ideen mitbringen und sich nicht durch eine Ausbildung oder ein Studium auf ein bestimmtes Gebiet festnageln lassen, sondern den Blick über den Tellerrand beibehalten.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Deine Rolle im Medienzirkus?</strong></p>
<p style="text-align: justify">Seiltänzer, momentan mit relativ festem Halt, der aber dennoch jederzeit zum Sturz führen kann ;-) Ich arbeite in der Online-Redaktion eines Fachbuchverlages, in dem ich nach abgebrochenem Studium (Wissenschaftsjournalismus) eine Ausbildung zur Medienkauffrau Digital und Print gemacht habe. Nebenher bin ich seit einigen Jahren als &#8220;Karla Kolumna&#8221; für eine Tageszeitung tätig, besuche Events und halte sie mit Wort und Bild für die Ewigkeit fest.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Buch oder ebook?</strong></p>
<p style="text-align: justify">Ganz eindeutig Buch!!! Man kann es anfassen, über den Buchrücken streichen, die Seiten umblättern, Eselsohren reinmachen&#8230;ein Buch hat einfach eine Haptik, einen eigenen Geruch und einen ganz persönlichen Charme, den ein ebook nie haben wird.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Die „Erfindung“ der Medien ist so wichtig wie…</strong></p>
<p style="text-align: justify">&#8230;eine Schachtel Pralinen: Man pickt sich aus der Selektion etwas heraus, kaut ein bisschen darauf herum. Mal schmeckt&#8217;s einem, mal bekommt&#8217;s einem weniger.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Dein Traum vom Medienberuf?</strong></p>
<p style="text-align: justify">Mag jetzt vielleicht komisch klingen, aber mein Traum ist es, als Journalistin in Kriegs- und Krisengebieten zu arbeiten. Nichts auf der Welt ist so authentisch wie das Elend. Nichts fordert den Wortschatz mehr heraus als das Leid angemessen zu beschreiben und Leute damit zu bewegen.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Ganz klassisch: liest du Zeitung?</strong></p>
<p style="text-align: justify">Ja, mal mehr mal weniger regelmäßig.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Könntest du ohne Medien leben?</strong></p>
<p style="text-align: justify">Auf bestimmte Medien wie manche Fernsehformate oder die Bild-Zeitung könnte ich zwar verzichten, aber ganz ohne Medien ginge gar nichts. Ohne Bücher, Zeitungen, Internet und Radio wäre das Leben ziemlich leer.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Facebook, Twitter, xing, Studivz – habe ich noch etwas vergessen?</strong></p>
<p style="text-align: justify">Nein, das ist alles, was man für&#8217;s virtuelle Leben braucht :-)</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Dein Ziel für 2011?</strong></p>
<p style="text-align: justify">Schreiben, schreiben, schreiben!<!--more--></p>
<p style="text-align: justify"><em><strong>Dorothea hat sich nach ersten Erfahrungen in der Manege dazu  entschlossen, ihr Programm zu vertiefen und das Rampenlicht erst nach  ihrem Studium wieder zu suchen. Sie studiert in Mannheim Medien- und Kommunikationswissenschaft. Jedes Jahr bewerben sich über 1800 junge Leute, aber nur 60 werden genommen&#8230;<br />
</strong></em></p>
<p style="text-align: justify"><strong><img class="aligncenter size-medium wp-image-12480" src="http://medienblick-bonn.de/wp-content/uploads/2011/03/Dorothea-300x225.jpg" alt="" width="300" height="225" /><br />
</strong></p>
<p style="text-align: justify"><strong>Leben wir im Jahrhundert der Medien?</strong></p>
<p style="text-align: justify">„Zeitalter der Medien“ passt vielleicht besser. Schließlich gibt es  nicht erst seit dem Jahr 2000 Bücher, Zeitungen, Radio, Fernsehen,  Internet…</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Gibt es DEN Weg in die Medien?</strong></p>
<p style="text-align: justify">Es gibt keinen Weg heraus aus den Medien.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Ausbildung oder Studium?</strong></p>
<p style="text-align: justify">Beides!</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Deine Rolle im Medienzirkus?</strong></p>
<p style="text-align: justify">Teilnehmend, beobachtend und im Idealfall auch analysierend.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Buch oder ebook?</strong></p>
<p style="text-align: justify">Buch, da bin ich wohl altmodisch.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Die „Erfindung“ der Medien ist so wichtig wie…</strong></p>
<p style="text-align: justify">die Demokratie.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Dein Traum vom Medienberuf?</strong></p>
<p style="text-align: justify">Lektorin für den Fachbereich Geschichte, aber mal schauen…</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Ganz klassisch: liest du Zeitung?</strong></p>
<p style="text-align: justify">Ja.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Könntest du ohne Medien leben?</strong></p>
<p style="text-align: justify">Könnte das heute überhaupt noch jemand, außer einem Eremiten?</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Facebook, Twitter, xing, Studivz – habe ich noch etwas vergessen?</strong></p>
<p style="text-align: justify">Das wahre Leben!!</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Dein Ziel für 2011?</strong></p>
<p style="text-align: justify">Glücklich zu sein und andere glücklich zu machen.</p>
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		<item>
		<title>Ich mache etwas mit Medien</title>
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		<pubDate>Thu, 17 Mar 2011 09:09:34 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Kerstin Siegburg</dc:creator>
				<category><![CDATA[Interviews]]></category>
		<category><![CDATA[März 2011: Medienzeiten]]></category>
		<category><![CDATA[Rückblick]]></category>
		<category><![CDATA[ausbildung]]></category>
		<category><![CDATA[Hochschule der Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Medienkauffrau]]></category>
		<category><![CDATA[Medienkaufmann]]></category>
		<category><![CDATA[verlag]]></category>

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		<description><![CDATA[<p style="text-align: justify;">
Im Trend der Zeit und doch noch relativ unbekannt: Wer etwas mit Medien machen möchte, muss nicht zwangsläufig studieren. Es gibt eine Ausbildung, die das Wort „Medien“ sogar im Namen trägt. Kleiner Buchverlag oder großes Medienunternehmen, lokale Tageszeitung oder internationaler Wissensdienstleister. Medienkaufleute für Digital- und Printmedien sind vielseitig einsetzbar. Isabel ist eine von <p>Lies weiter in <a href="http://medienblick-bonn.de/durchblick/interviews/ich-mache-etwas-mit-medien">Ich mache etwas mit Medien</a></p>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;"><a href="http://medienblick-bonn.de/durchblick/interviews/ich-mache-etwas-mit-medien"><img class="aligncenter size-medium wp-image-12443" title="Isabel1" src="http://medienblick-bonn.de/wp-content/uploads/2011/03/Isabel1-225x300.jpg" alt="" width="169" height="226" /></a><br />
<strong>Im Trend der Zeit und doch noch relativ unbekannt: Wer etwas mit Medien machen möchte, muss nicht zwangsläufig studieren. Es gibt eine Ausbildung, die das Wort „Medien“ sogar im Namen trägt. Kleiner Buchverlag oder großes Medienunternehmen, lokale Tageszeitung oder internationaler Wissensdienstleister. Medienkaufleute für Digital- und Printmedien sind vielseitig einsetzbar. Isabel ist eine von ihnen. Medienblick spricht mit der 22 jährigen aus Bergisch Gladbach über ihre Ausbildung, ihre nächsten Ziele und die Medien im Allgemeinen.</strong><span id="more-12434"></span></p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Isabel, du machst eine Ausbildung zu Medienkauffrau Digital und Print. Kommt es vor, dass sich Außenstehende nichts darunter vorstellen können?</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Ja, oft sogar. Die meisten nicken langsam und fragen dann, was genau ich da mache. Wenn ich dann erkläre, dass ich in einem Verlag für wissenschaftliche Bücher und Zeitschriften arbeite und die einzelnen Abteilungen durchlaufen, können sie sich mehr unter der Berufsbezeichnung vorstellen. Früher hieß die Ausbildung Verlagskauffrau, das war klarer</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Was lernst du während deiner Ausbildung?</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Ich durchlaufe alle Abteilungen, die ein Verlag hat. In den wichtigsten bleibe ich circa drei Monate. Ich habe im Lektorat angefangen, war dann in der Herstellung, im Marketing und im Vertrieb. Ich war auf den Buchmessen in Frankfurt und in Leipzig und eine Woche in einer Druckerei. Nach den zwei Jahren Ausbildung hat man dann einen guten Überblick über die einzelnen Bereiche. Da ich eine kaufmännische Ausbildung mache, liegt der Schwerpunkt auch in diesen Bereichen. Momentan bin ich im Verkauf für Zeitschriften und ebooks und habe zum Beispiel heute Lizenzverträge für Hochschulen und Universitäten vorbereitet.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Welcher Bereich hat dir am meisten Spaß gemacht?</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Das Marketing, dort würde ich später gerne arbeiten. Letztes Jahr war ich eine Woche in Wien auf einem internationalen Kongress, das ist schon etwas Besonderes. Außerdem interessiere ich mich für Kommunikation und Pressearbeit in einem Medienunternehmen.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Im Sommer bist du fertig. Wie sind deine weiteren Pläne?</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Ich möchte gerne das Wissen meiner Ausbildung vertiefen und ein Studium beginnen. Am besten an der Hochschule der Medien in Stuttgart, da würde mich der Studiengang Medienwirtschaft interessieren.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Glaubst du, dass wir irgendwann keine Bücher mehr haben werden und alle mit ebook- readers unterwegs sind?</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Ebooks sind ein heißes Thema, jeder Verlag möchte auf die Schiene aufspringen, besonders im wissenschaftlichen Bereich. Aber auf lange Sicht glaube ich nicht, dass das gute alte Buch verdrängt wird. Das digitale Publizieren ist schneller und somit interessant, wenn Wissen schnell verbreitet werden soll &#8211; damit sind wir wieder beim wissenschaftlichen Arbeiten. Aber das gedruckte Buch hat eine lange Tradition und es hat was, ein gestalterisch schönes Buch im Schrank stehen zu haben. Im belletristischen Bereich wird uns das Buch bestimmt noch lange erhalten bleiben.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Findest du, dass es Mode ist, etwas „mit Medien“ machen zu wollen?</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Ja. Es ist „in“. Medien sind allgegenwärtig, wir stehen unter einem großen Einfluss. Wer träumt nicht davon, beim Fernsehen zu sein oder bei großen Zeitschriften. Medien haben die Macht, uns dahingehend zu beeinflussen. Oder in Hollywoodfilmen  &#8211; da arbeiten die Hauptpersonen doch meistens in einer hippen Medienagentur oder sind erfolgreiche Journalisten. Das alles vermittelt uns unterbewusst, dass wir auch etwas mit Medien machen wollen.</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Neben der Uni hat er noch 60 Kinder.</title>
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		<pubDate>Thu, 11 Nov 2010 13:55:55 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Nadine Preibisch</dc:creator>
				<category><![CDATA[Interviews]]></category>
		<category><![CDATA[November 2010: Das liebe Geld]]></category>
		<category><![CDATA[Rückblick]]></category>
		<category><![CDATA[60 Kinder]]></category>
		<category><![CDATA[Geld]]></category>
		<category><![CDATA[Grundschule]]></category>
		<category><![CDATA[Job]]></category>
		<category><![CDATA[Kinder]]></category>
		<category><![CDATA[Nebenjob]]></category>

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		<description><![CDATA[Eins, zwei oder drei? Auf wie viele Kinder passe ich heute auf? Diese Frage muss sich Michael* nicht wirklich stellen, wenn er auf dem Weg zur Grundschule ist. In seinem Nebenjob betreut der Philosophiestudent nämlich wesentlich mehr Kinder: ganze SECHZIG! Da zählt er nicht nach, da versucht er die Nerven zu behalten und mit der wuselnden Meute fertig zu werden. Ob ihm das immer gelingt, verrät er in einem <p>Lies weiter in <a href="http://medienblick-bonn.de/durchblick/interviews/neben-der-uni-hat-er-noch-60-kinder">Neben der Uni hat er noch 60 Kinder.</a></p>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;"><strong> </strong></p>
<p style="text-align: justify;">
<p style="text-align: justify;"><strong> </strong></p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Eins, zwei oder drei? Auf wie viele Kinder passe ich heute auf? Diese Frage muss sich Michael* nicht wirklich stellen, wenn er auf dem Weg zur Grundschule ist. In seinem Nebenjob betreut der Philosophiestudent nämlich wesentlich mehr Kinder: ganze SECHZIG! Da zählt er nicht nach, sondern versucht die Nerven zu behalten und mit der wuselnden Meute fertig zu werden. Ob ihm das immer gelingt, verrät er in einem Interview.<br />
</strong></p>
<p style="text-align: center;"><strong><a rel="attachment wp-att-10171" href="http://medienblick-bonn.de/durchblick/interviews/neben-der-uni-hat-er-noch-60-kinder/attachment/kinder"><a href="http://medienblick-bonn.de/durchblick/interviews/neben-der-uni-hat-er-noch-60-kinder"><img class="aligncenter size-full wp-image-10171" src="http://medienblick-bonn.de/wp-content/uploads/2010/11/kinder.jpg" alt="kinder" width="412" height="275" /></a></a><br />
</strong></p>
<p style="text-align: justify;"><strong><span id="more-10154"></span>Aus welchem Grund hast du dir diesen Nebenjob ausgesucht?</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Einerseits natürlich wegen des finanziellen Aspektes, um mir zu meinen allgemeinen Ausgaben noch mein Hobby leisten zu können – Filme und Videospiele. Und andererseits, um auch mal aus dem sehr theoretischen Uni-Leben raus zu kommen. Wenn ich zum Beispiel Texte von Luhmann lesen und verstehen muss, dann helfen zwischendurch vier Stunden Kindergeschrei, um etwas Abstand zu gewinnen. Und anschließend am Text weiter zu arbeiten.<br />
<strong><br />
Viele Studenten jobben neben der Uni als Babysitter. Dein Job ist sicher ähnlich, aber doch komplett anders: Deine Kolleginnen und du, ihr seid für rund SECHZIG Kinder verantwortlich. Ist das nicht manchmal zu viel? </strong></p>
<p style="text-align: justify;">Ja. An manchen Tagen bin ich schon sehr damit beschäftigt, von einer Ecke zur anderen zu gehen, um wirklich den Überblick über alle Kinder zu behalten. Aber oft verteilen sie sich auch auf AGs oder Hausaufgabenbetreuungen. Dass alle 60 Kinder gleichzeitig über den Schulhof rennen, ist da eher selten.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Wie viel Zeit nimmt der Job in Anspruch?</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Acht Stunden die Woche. Mit Hin- und Zurückfahren zwölf Stunden.<br />
<strong><br />
Zur Zeit gibt es wieder Bildungsstreiks in Deutschland. Ein Streikpunkt ist die hohe Belastung im BA-Studium – Stichwort: Workload. Wie schaffst du es, neben dem Studium noch zu arbeiten?</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Das ist wirklich manchmal ein Problem. Durch die lange Anfahrt kann ich zwar auch auf dem Weg zur Arbeit lernen und in der einen oder anderen Freistunde zwischen den Vorlesungen, aber das ich am Wochenende auch noch sehr viel für die Uni machen muss, gehört natürlich inzwischen dazu.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Bleiben da Freunde auf der Strecke?</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Nein. Da bleiben eher ein paar Texte oder Inhalte auf der Strecke, die ich nicht ausreichend behandeln kann.</p>
<p style="text-align: justify;">
<div id="attachment_10160" class="wp-caption aligncenter" style="width: 612px"><a rel="attachment wp-att-10160" href="http://medienblick-bonn.de/durchblick/interviews/neben-der-uni-hat-er-noch-60-kinder/attachment/paulsbild"><img class="size-full wp-image-10160" src="http://medienblick-bonn.de/wp-content/uploads/2010/11/paulsbild.jpg" alt="Pauls Bild" width="602" height="375" /></a><p class="wp-caption-text">Michaels Trinkgeld ist immer bunt.</p></div>
<p style="text-align: justify;"><strong>Die Betreuung von Kindern wird in der Gesellschaft prinzipiell eher als &#8220;Frauensache&#8221; angesehen. Und auch alle deine Kollegen sind weiblich. Wie stehst du dazu? </strong></p>
<p style="text-align: justify;">Also prinzipielle denke ich, dass Männer sehr wohl und sehr gut in der Kindererziehung tätig sein können. Aber in meinem Fall war es tatsächlich so, dass es auch eine ungewöhnliche Situation für die Kinder war. Für manche Kinder bin ich eben so etwas wie der große Bruder oder Onkel oder Kumpel und dadurch habe ich vielleicht ein anderes Verhältnis zu ihnen, unter dem jedoch die Autorität kürzer kommt. Generell ist das Durchsetzungsvermögen ein entscheidender Faktor, an den ich mich erst gewöhnen musste und immer noch muss.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Was machst du eigentlich, wenn Kinder partout nicht auf dich hören wollen?</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Das kommt immer auf das Kind an. Es gibt verschiedene Formen von Nicht-auf-mich-hören-wollen. Ich habe lange Zeit dafür gebraucht, um zu verstehen, dass man mit Kindern nicht diskutieren darf. Sie haben darauf zu hören, was der Lehrer, Erzieher oder Betreuer sagt. Und Punkt! Wenn die Kinder merken, dass sie nicht mit einem verhandeln können, dann hören sie auch eher darauf, was man sagt. Unsicherheit im eigenen Standpunkt sorgt für Situationen, in denen ein Kind nicht auf mich hören will.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>In Grundschulen geht manchmal sehr turbulent zu – Was war dein schlimmstes Erlebnis?</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Vielleicht eher erschreckend als schlimm. Eine Situation in der sich zwei Zweitklässler stritten und einer der beiden eine schwere Spielzeugkasse aufhebt, um sie zu werfen. Und ich noch denke: „So blöd kann keiner sein, dass Ding echt werfen zu wollen!“ Und just im nächsten Moment fliegt das Teil aus nächster Nähe an den Kopf des anderen Jungen.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>&#8230;und dein schönstes Erlebnis?</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Wie ich zusammen mit den Erst- und Zweitklässlern die Dritt- und Viertklässler im Fußball 10:9 besiegt habe. In diesem wirklich sehr langen Spiel haben von den kleinen Kindern Kinder Tore geschossen, die sich sonst nicht mal trauen, mit den Großen überhaupt zu spielen.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Kannst du dir für dein Leben nach dem Studium vorstellen, weiter mit Kindern zu arbeiten? </strong></p>
<p style="text-align: justify;">Ja. Kinder sind lustig und albern. Und es ist schön, an dieser lustigen und albernen Kinderwelt teilhaben zu können.</p>
<p style="text-align: justify;"><em>*Name von der Redaktion geändert</em></p>
<p style="text-align: justify;"><em><br />
</em></p>
<p><a class="twitter-share-button" href="http://twitter.com/share">Tweet</a><script src="http://platform.twitter.com/widgets.js" type="text/javascript"></script></p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Von bewegten Worten zu bewegten Bildern</title>
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		<pubDate>Wed, 01 Sep 2010 18:00:11 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Sarah Böld</dc:creator>
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		<description><![CDATA[<p style="text-align: justify;">Paul Schrader sagte einmal, um ein gutes Drehbuch zu schreiben, müsse man sich seinen persönlichen Ängsten stellen. Die Kunst – so der Drehbuchautor, der auch Martin Scorseses Kultfilm „Taxi Driver“ schrieb – läge im Verbotenen, dem Unaussprechlichem. Weniger mit Verbotenem, dafür aber mit Ängsten beschäftigt sich Michael André. Zum Beispiel mit der Angst, <p>Lies weiter in <a href="http://medienblick-bonn.de/durchblick/interviews/von-bewegten-worten-zu-bewegten-bildern">Von bewegten Worten zu bewegten Bildern</a></p>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;"><strong><a href="http://medienblick-bonn.de/wp-content/uploads/2010/09/Regisseur.jpg"><a href="http://medienblick-bonn.de/durchblick/interviews/von-bewegten-worten-zu-bewegten-bildern"><img class="alignleft size-medium wp-image-9403" title="Regisseur" src="http://medienblick-bonn.de/wp-content/uploads/2010/09/Regisseur-300x214.jpg" alt="" width="300" height="214" /></a></a><a href="http://www.film-zeit.de/Person/15667/Paul-Schrader/" target="_blank">Paul Schrader</a></strong><strong> sagte einmal, um ein gutes Drehbuch zu schreiben</strong><strong>, müsse man sich seinen persönlichen Ängsten stellen. Die Kunst – so der Drehbuchautor, der auch Martin Scorseses Kultfilm „Taxi Driver“ schrieb – läge im Verbotenen, dem Unaussprechlichem. Weniger mit Verbotenem, dafür aber mit Ängsten beschäftigt sich </strong><a href="http://www.wdr.de/tv/fernsehfilm/team/andre.jsp" target="_blank"><strong>Michael André</strong></a><strong>. Zum Beispiel mit der Angst, von einem Drehbuch enttäuscht zu werden. Der Redakteur betreut seit Ende 1997 in der WDR Programmgruppe Fernsehfilm Filmproduktionen. Im Gespräch mit Medienblick Bonn erzählt er vom Entwicklungsprozess, Worte in bewegte Bilder zu verwandeln.<span id="more-9400"></span></strong></p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Herr André, die Produktion von Filmen ist für Laien ein unübersichtlicher Vorgang. Wie kann man sich den Prozess von den Worten zu den bewegten Bildern vorstellen?</strong><strong> </strong></p>
<p style="text-align: justify;">Da muss man zwischen dem idealen Weg und dem alltäglichen Weg unterscheiden. Idealerweise hat ein Autor eine durchschlagende Idee und sucht für diese einen Abnehmer. Abnehmer sind dann meistens Produktionsfirmen. Die arbeiten mit den Autoren zusammen, entwickeln die Idee weiter und verleihen dem Drehbuch einen ersten Schliff. Die so entstandene Skriptidee landet dann auf dem Tisch eines Redakteurs. Der sieht Potenzial in der Geschichte und arbeitet zusammen mit dem Autoren und dem Produzenten weiter an dem Stoff. Auf vertraglicher Basis, mit einem sogenannten Produktionsvorbereitungsvertrag. Es folgen mehrere Fassungen, Exposés und Treatments. Am glücklichen Ende steht das Okay zum Dreh und ein guter Film.</p>
<p style="text-align: justify;">Die Regel weicht aber von dieser Idealsituation stark ab. Viele Bücher werden unverlangt eingereicht.  Das können die Bücher  professioneller Drehbuchautoren sein, aber auch von älteren Damen oder Gymnasialschülern. Die Mischung ist bunt.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Was passiert mit solchen unverlangten Drehbüchern?</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Die werden gelesen. Pro Jahr werden weit über tausend Drehbücher an die Redaktion und das Lektorat geschickt. Am Ende werden nur circa 20 produziert. Das ist traurig, aber leider Realität. Die Redaktion muss sortieren, selektieren, ab- und zusagen. Bei so vielen Einsendungen gleicht die Arbeit oft der Suche nach dem goldenen Strohhalm innerhalb von viel Streu.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Finden Sie es schade, dass so viele Drehbücher nicht verwirklicht werden können?</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Ja, manchmal schon. Manchmal gehen Projekte verloren oder werden erst Jahre später verwirklicht, weil kein Etat zur Verfügung stand. Das ist natürlich schade, vor allem wenn die Geschichte an sich überzeugt.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Woran erkennen Sie ein gutes Drehbuch?</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Originalität und Professionalität. Professionell auch auf formaler Ebene. Ein Drehbuch muss bestimmte Regeln einhalten. Der Text muss in eine dramatische Form gebracht sein, er muss eine Charakterisierung von Personen und Konflikten erkennen lassen. Das Sujet sollte auch nicht schon tausendmal erzählt worden sein, sonst wäre es zu langweilig.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Wenn Sie ein Drehbuch erstmals lesen, was spielt sich dann in Ihrem Kopf ab? Lassen Sie sich auf die Geschichte voll und ganz ein oder denken Sie sofort an die Realisierbarkeit?</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Erst einmal lasse ich mich auf die Geschichte ein. Dann erst kommen Fragen nach  Machbarkeit, Wünschbarkeit und natürlich auch finanzieller Umsetzbarkeit der Idee ins Spiel. Ganz besonders bei Fernsehfilmen muss ich die normativen Anforderungen eines Sendeplatzes mit meinen ästhetischen Vorstellungen versuchen unter einen Hut zu bringen. Daher eignet sich nicht jeder Stoff.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Sie haben viele zeitgeschichtliche Produktionen betreut, wie der prämierte Film „Stauffenberg“ oder „Die Flucht“. Was unterscheidet zeitgeschichtliche Produktionen von anderen – wie beispielsweise der Produktion von dem Film „Solino“ mit Moritz Bleibtreu?</strong></p>
<p style="text-align: justify;"><a href="http://www.filmportal.de/df/98/Credits,,,,,,,,258ADDF7E0E54EA09C916B17953054DEcredits,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,.html" target="_blank">„Solino“</a> ist auch eine Zeitreise gewesen. Die Figuren haben versteckt auch ihre biografischen Vorlagen, aber trotzdem eröffnet solch ein Film ganz andere Freiräume als beispielsweise „Stauffenberg“. Gerade bei diesem Film kommt es darauf an, wie ich die Rolle des Attentäters sehe. In den 1950er Jahren herrschte zum Beispiel noch tiefes Misstrauen gegenüber den Männern des 20. Juli. Auch wenn die Bonner Republik Stauffenberg als mutigen Offizier feierte, so hafteten an diesem Gewissensdrama die Vorbehalte gegenüber einer elitären Aristokratenverschwörung. Heute,  50 Jahre später, wird  der gleiche Mann zum Pop-Helden eines Geschichtsthrillers. Tom Cruise als Stauffenberg ist die vorläufige Krönung dieser Entwicklung.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Was fasziniert Sie so an Drehbüchern?</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Die Lust am Lesen und etwas zu bekommen, das keiner kennt. Ein Drehbuch ist nicht zur Veröffentlichung bestimmt. Ein Drehbuch hat keinen Bestand, es ist ein flüchtiges Produkt, das immer und immer wieder verändert wird. Der Arbeitsprozess bis zum endgültigen Film liegt in der Regel zwischen ein und zwei Jahren.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Worin liegt der Unterschied für Sie, wenn Sie ein Drehbuch oder einen Roman lesen?</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Drehbücher zu lesen, ist für mich mit einer bestimmten Abwehrhaltung verbunden. Die Angst enttäuscht zu werden oder sich zu langweilen kommt auf. Ich muss dann diese Angst besiegen, dass das Buch meine Erwartungen nicht erfüllt und alte Fehler wiederholt.</p>
<p style="text-align: justify;">Bei einem Roman ist das anders. Ich halte ein endgültiges Produkt in den Händen, es wurde redigiert und von einem Lektor in Form gebracht. So vollkommen wird ein Drehbuch nie sein. Es wird immer wieder verändert bis in den eigentlichen Dreh hinein. Da kann es passieren, dass der Schauspieler sagt, man könne den Satz nicht so sprechen wie er geschrieben steht. Dann wird es oft genug an Ort und Stelle geändert. Das macht für mich den Reiz aus, dieser fortwährende Prozess an Veränderungen.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Sie sprechen von Abwehrhaltung und Ängsten. Also handelt es sich auch um ein Spiel mit Gefühlen, wenn Sie Drehbücher lesen?</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Ja, es ist ein Spiel zwischen Hemmung und Neugierde, aber auch Angst und Erwartung.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Eine letzte Frage: Haben Sie schon selbst Drehbücher geschrieben?</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Nein, ich schreibe lieber Essays, Aufsätze und Kritiken. Szenisches Schreiben liegt mir nicht. Ich schlage höchstens ein dramaturgisches Gerüst für eine Geschichte vor. Den Rest überlasse ich den Drehbuchautoren.</p>
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		<title>Von wegen alt und staubig</title>
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		<pubDate>Sat, 28 Aug 2010 15:23:03 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Marit Stracke</dc:creator>
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		<description><![CDATA[<p style="text-align: justify;"> </p>
<p></p>
<p style="text-align: justify;">Junge Bundestagsabgeordnete sieht man nicht allzu häufig. Aber es gibt sie, die jungen Wilden in der Politik. Gerade die FDP bringt immer wieder ambitionierten Politiknachwuchs hervor. So auch Johannes Vogel – mit gerade einmal 28 Jahren sitzt er bereits im Bundestag und ist arbeitsmarktpolitischer Sprecher seiner Fraktion. Mit dem Medienblick <p>Lies weiter in <a href="http://medienblick-bonn.de/durchblick/interviews/von-wegen-alt-und-staubig">Von wegen alt und staubig</a></p>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;"><strong> </strong></p>
<p><strong><a rel="attachment wp-att-9368" href="http://medienblick-bonn.de/durchblick/interviews/von-wegen-alt-und-staubig/attachment/100727_vogel-plakatmotiv"><a href="http://medienblick-bonn.de/durchblick/interviews/von-wegen-alt-und-staubig"><img class="size-medium wp-image-9368 alignleft" title="100727_Vogel Plakatmotiv" src="http://medienblick-bonn.de/wp-content/uploads/2010/08/100727_Vogel-Plakatmotiv-200x300.jpg" alt="" width="168" height="252" /></a></a></strong></p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Junge Bundestagsabgeordnete sieht man nicht allzu häufig. Aber es gibt sie, die jungen Wilden in der Politik. Gerade die FDP bringt immer wieder ambitionierten Politiknachwuchs hervor. So auch Johannes Vogel – mit gerade einmal 28 Jahren sitzt er bereits im Bundestag und ist arbeitsmarktpolitischer Sprecher seiner Fraktion. Mit dem Medienblick spricht er über Hintergründe, Chancen und Schwierigkeiten seiner Laufbahn. <span id="more-9367"></span></strong></p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Herr Vogel, Sie sind schon sehr früh in die Politik eingestiegen. Was hat Sie als junger Mensch dazu bewegt, sich politisch zu engagieren?</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Ich war schon immer ein politisch interessierter Mensch und bin auch in einer politisch interessierten Familie groß geworden. In den 90er wurde über die Frage Großer Lauschangriff diskutiert – das Thema Bürgerrechte ist mir sehr wichtig und hat mich stark politisiert. Dann habe ich mir die politischen Organisationen angeschaut und habe über den Umweg über die Grünen zu meiner politischen Heimat gefunden. Am Anfang ist das keine große Sache, man geht einmal im Monat zu einem Diskussionsabend. Dann wird es immer mehr und immer mehr und irgendwann verbringt man seine Freizeit damit.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Warum FDP?</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Mich hat das Programm überzeugt, konsequent auf möglichst viel Freiheit zu setzen. Diese Konsequenz habe ich bei anderen Parteien, obwohl es auch durchaus Gemeinsamkeiten in einzelnen Feldern gibt, nicht finden können.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Von 2004 bis 2009 waren sie jüngstes Kreistagsmitglied des Rheinisch-Bergischen Kreises. Mit nur 28 Jahren sind Sie bereits Bundestagsabgeordneter. Warum denken Sie, haben sie solch einen rasanten Aufstieg hingelegt?</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Das hat sich so ergeben. Mir hat die politische Arbeit grundsätzlich Spaß gemacht und dann gab es immer wieder Möglichkeiten, Verantwortung zu übernehmen. Wenn einem etwas Spaß macht, geht man einen Schritt weiter und wenn einem das wiederum Spaß macht, geht man noch einen Schritt weiter. Was mich außerdem dabei gehalten hat, war zu merken, dass man auch etwas bewegen kann. Ich habe von Anfang an mit einem realistischen Anspruch gearbeitet, aber ich habe auch immer früh genug Erfolgserlebnisse gehabt, die mir zeigten, dass das eigene Engagement etwas verändern kann.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Zum Beispiel?</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Auf meinem ersten Bundesparteitag der FDP als Juli-Vorsitzender haben wir einen Änderungsantrag zur Abschaffung des Großen Lauschangriffs durchbekommen und damit zur Korrektur einer historischen Fehlentscheidungen der FDP beigetragen. Es kamen natürlich auch Misserfolge in den letzten Jahren dazu, aber es war immer genug da, wofür sich die Arbeit gelohnt hat.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Begegnen Ihnen ältere Politiker mitunter mit Skepsis? Haben sie das Gefühl, genauso ernst genommen zu werden wie ältere Kollegen?</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Es gibt solche und solche. Es gibt Politiker, die sehr offen sind, was junge Leute angeht. Aber es gibt natürlich auch welche, die mich mit 28 im Bundestag etwas skeptisch beäugen. Aber ich habe bisher die Erfahrung gemacht, dass man mit guter Arbeit Respekt erlangen kann. Wenn man zeigt, dass man genauso fit, klug und genauso fleißig ist, wie andere auch, wird das anerkannt. Man hat natürlich nicht die Erfahrung älterer Politiker, dafür hat man als junger Mensch eine andere Energie. Einige wenige bleiben skeptisch, aber das sind meistens sowieso die Engstirnigen.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Oft hat man den Eindruck, dass sich Politiker und Parteien gegenseitig die Fehler zuschieben aber selbst keine konkreten Lösungsvorschläge anbieten&#8230;</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Ich denke das ist teilweise normal in der Politik. Die Opposition ist auch dafür da Alternativen darzustellen und die Regierung zu kontrollieren. Deshalb ist dieses Maß an Kritik ok und es ist legitim, dass  Politiker darauf hinweisen, was andere falsch gemacht haben. Es darf sich aber nicht darauf beschränken und das ist mir zu oft der Fall! Zu der Kritik muss hinzukommen, dass man auch zugibt, selbst Fehler gemacht zu haben. Man muss aber auch zugeben, wenn die andern eine gute Idee haben und einen Ansatzpunkt finden, gemeinsam zu arbeiten. In der fachpolitischen Arbeit wird zum Beispiel sehr konstruktiv miteinander gearbeitet.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Ist dieser überparteiliche Austausch bei Politikern der jüngeren Generation einfacher?</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Ja. Ich glaube die Politiker der jüngeren Generation können überwiegend sehr gut zwischen persönlicher und politischer Ebene trennen. Das heißt, man kann sich persönlich sehr gut verstehen und auch mal über die Parteigrenzen hinaus oder über die Grenzen von Regierung und Opposition hinweg ein Bier trinken gehen und trotzdem Argumente austauschen, bei denen man unterschiedlicher Meinung ist. Das macht es einfach, das „aus Prinzip dagegen sein“ wegzulassen und zu schauen, wo es vielleicht auch Verbindungen gibt.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Der Umgang mit den Neuen Medien in der Politik und die aktuelle Enquete Kommission zeigen, dass der Beitrag junger Politiker wichtig ist. Was erwarten Sie von solch einer Kommission?</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Ich glaube die Kommission selber wird nicht zu konkreten Errungenschaften führen, aber sie kann vielleicht eine Debatte prägen und dazu führen, dass sich zumindest die jüngeren Politiker, die etwas vom Internet verstehen, auf überparteiliche Leitlinien einigen. Zum Beispiel Thema Internetsperre: Die Debatte war eindeutig davon geprägt, dass viele ältere Politiker überhaupt nicht verstehen, was die Probleme sind, weil sie das Internet nicht gut genug kennen. Das für die Zukunft zu vermeiden und eine gemeinsame Diskussionsgrundlage zu schaffen – das wäre etwas, das als Ergebnis wünschenswert ist.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Sie sind außerdem arbeitsmarktpolitischer Sprecher der FDP, können Sie eine kurze Prognose für die Masterabsolventen 2011 wagen?</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Ich habe die Hoffnung, dass es nächstes Jahr noch besser aussieht, wenn es mit dem Wirtschaftswachstum so weitergeht wie bisher. Dann kommt der Aufschwung auf dem Arbeitsmarkt mit einer ziemlichen Wahrscheinlichkeit auch bei den Berufseinsteigern und der Breite der Fachrichtungen an!</p>
<p style="text-align: justify;">&nbsp;</p>
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