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Better wear fair soon_Part 1

Habt ihr euch schon mal gefragt, wo eure Kleidung eigentlich herkommt oder wie sie hergestellt wird? Klar, die meisten wissen, dass sie g├╝nstige Mode aus Schwellenl├Ąndern besitzen. Sind halt preiswert und aus diesem Grund kann man sich viel davon kaufen getreu dem Motto „more is more“.┬áDoch was bedeutet dieser blinde Massenkonsum eigentlich f├╝r die Menschen, die unsere Lieblingsteile herstellen?

Topic of the day: Fair Fashion

Ich besch├Ąftige mich schon seit l├Ąngerer Zeit mit fairer Mode und war bereits in einigen L├Ąden drin. Meistens war ich aber entt├Ąuscht, da die Sachen ziemlich lame aussahen oder so teuer waren, dass ich mir dachte: Warum soll ich f├╝r ein Tshirt 30 – 50 Euro ausgeben, das genauso aussieht wie eins f├╝r 5 Euro? Und das fragt ihr euch bestimmt auch! Hier ein paar Eindr├╝cke, warum ihr trotzdem mal ein teureres, daf├╝r aber faires Shirt in Erw├Ągung ziehen solltet…

Perspektivwechsel

W├Ąhrend wir optisch keinen Unterschied sehen, vor allem bei Basics, macht es aber f├╝r die Hersteller unserer Kleidung (ich meine damit nicht die Modelabels, sondern die Arbeiter in den Fabriken, die unsere Stoffe zurecht schneiden, zusammen n├Ąhen oder bleichen etc.) einen immensen Unterschied, ob wir uns mit einem Kleidungsst├╝ck f├╝r 30 Euro zufrieden geben oder zehn Teile f├╝r jeweils f├╝nf Euro kaufen. An der Kasse entscheiden wir, was wir den Arbeitern f├╝r ein Leben erm├Âglichen wollen.

Bedauerlicherweise interessieren wir uns jedoch mehr f├╝r aktuelle Trends als f├╝r die eigentliche Herstellung unserer Kleidung. Daher f├╝hlen sich┬áauch die Modeunternehmen nicht gen├Âtigt uns als Verbraucher mal hinter die (mitunter blutigen) Kulissen schauen zu lassen. Man muss dazu sagen, dass wir aber auch Meister darin sind, alles zu verdr├Ąngen, was schlechte Energie verspr├╝ht. Wir wollen nicht h├Âren, dass Arbeiter in Indien verbrennen, weil es keine Brandschutzvorrichtungen gibt. Es reicht uns auch, wenn wir alle zehn Jahre mal mitbekommen, dass unz├Ąhlige Menschen an Staublungen sterben, damit wir alle drei Monate – f├╝r jede Haupt- und Zwischensaison – eine neue Jeans kaufen k├Ânnen. Nur das gute Aussehen scheint bedeutsam zu sein!

Habt ihr aber schon mal dar├╝ber nachgedacht, wie paradox es ist, dass eine gute Jeans in gut 15 Minuten produziert werden kann, aber die Bearbeitung bis zum Used Look rund 8 Stunden dauert?! Ganz zu Schweigen von den Chemikalien und Co., die daf├╝r in die Luft und somit auch in die Lungen und auf die Haut der Arbeiter gepustet werden…

Eins ist auf jeden Fall klar: Die Preisfrage entscheidet mitnichten ├╝ber die Qualit├Ąt unserer Kleidung! W├Ąhrend billige Modeketten keine 3 Euro f├╝r ein Paar Jeans im Einkaufspreis zahlen, d├╝rfen wir als Endverbraucher trotzdem 30-40 daf├╝r hinbl├Ąttern. Das Unternehmen steckt sich nat├╝rlich das meiste Geld in die eigene Tasche und tut f├╝r die Arbeiter, mit deren Produkten sie ihr ganzes Geld scheffelt, in der Regel nichts. Ganz im Gegenteil: Fackelt mal eine Fabrik ab, gibt’s ja gl├╝cklicherweise noch 3 Milliarden andere.

 Fair Fashion online

Auf meiner Suche nach einer L├Âsung dieses Problems habe ich einfach fair fashion gegoogelt. Danach wusste ich aber immer noch nicht, woran ich sehe, ob meine Sachen tats├Ąchlich fair produziert sind oder ob ich einfach nur mehr Geld ausgebe f├╝r den gleichen perversen Shit, den ich auch in normalen Modeketten erwerben kann. Daher habe ich mich mal schlau gemacht und empfehle euch ebenfalls einen Blick auf die folgende Website zu werfen, wenn ihr euch mit Siegeln und Zertifikaten f├╝r Kleidung auseinandersetzen m├Âchtet:┬áhttps://www.siegelklarheit.de/home.

Da findet ihr eine ├ťbersicht ├╝ber alle Siegel, die es in der Mode- und Textilindustrie gibt. Bei meiner Recherche bin ich darauf gesto├čen, dass hier in Deutschland das GOTS-Siegel das g├Ąngigste Pr├╝fsiegel ist und habe mit diesem Wissen aktiv nach Shops recherchiert, die Kleidung mit diesem Siegel anbieten. Bedauerlicherweise ist die Auswahl an Shops und Boutiquen im Raum Bonn und K├Âln vergleichsweise sehr gering. Aber der Gro├čteil der Gr├╝nen Mode l├Ąuft sowieso online ab.

Was mir bei dieser Recherche klar geworden ist, dass es f├╝r jeden Kleidungsstil eine nachhaltige und faire Alternative gibt, auch wenn das im ├Âffentlichen Raum noch nicht so pr├Ąsent ist. Die ├ľkomode von gestern wurde auf 2017 angepasst!

Info am Rande: ├ťber meine Aktivit├Ąt beim International Office bin ich zuf├Ąllig ├╝ber diese Veranstaltung gesto├čen, in der ihr euch Ende August bequem in der Bonner Altstadt ├╝ber Fair Fashion und ihre Produktion informieren k├Ânnt: https://www.weltladen-bonn.org/index.php/veranstaltungen/unsere-veranstaltungen/153-made-in-bangladesh-bericht-einer-reise-zur-modeindustrie-in-dhaka.

Global verstrickt

Wir sollten uns alle mal bewusst machen, dass wir nicht in solchen Fabriken unter solchen Bedingungen arbeiten m├╝ssen einzig und allein, weil wir hier in Europa geboren sind und nicht in Asien oder Afrika. Und damit will ich nicht die EU f├╝r ihre Errungenschaften loben, sondern betonen, dass wir Menschen uns nicht aussuchen, wo wir auf die Welt kommen. Und unser Geburtsort sollte nicht dar├╝ber entscheiden, ob wir in Fabriken verbrennen m├╝ssen oder uns t├Ąglich vier neue T-shirts kaufen k├Ânnen. Wir sollten allem deutlich mehr Wertsch├Ątzung entgegen bringen, denn dass wir nicht von Hunger bedroht sind und im materiellen ├ťberfluss leben, liegt auch daran, dass stattdessen andere Menschen diesen Leidensweg ertragen m├╝ssen.

Ich pers├Ânlich m├Âchte meinen Beitrag dazu leisten, dass k├╝nftig die Produkte im Fokus stehen und nicht irgendwelche bescheuerten Trends, die eigentlich nur ausgerufen werden, damit wir immer wieder neue Kleidung erwerben #CapitalismAtItsBest. Wenn ich so dar├╝ber nachdenke, ist es echt bewundernswert, wie sich die Modeindustrie zu einem perfekten geschlossenen Konsumkreis entwickelt hat: Neue Trends fordern neue Kleidung, und das R├Ądchen dreht sich alle drei Monate neu! Wobei nat├╝rlich auch ├ťbergangskleidung von der einen zur n├Ąchsten Saison gekauft werden muss. Das macht acht verschiedene Kollektionen in einem Jahr, ├Ąu├čerst produktiv das Ganze…

Ausblick

Bei meinem n├Ąchsten Trip nach Berlin werde ich mich ausgiebig mit den Produkten von Fairer Mode auseinandersetzen, weil die Auswahl an Stores einfach gr├Â├čer ist. Au├čerdem bin ich kein Fan von Onlineshopping: Bevor ich etwas kaufe, m├Âchte ich die Stoffe f├╝hlen und wissen, wie es an mir aussieht. Daher m├╝sst ihr euch noch ein wenig gedulden, wenn ihr erfahren wollt, ob Fair Trade Mode wirklich was taugt und und ob man damit gleichzeitig fair und hip unterwegs sein kann!

 

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