(L-R) Kelly Rohrbach as CJ Parker, Alexandra Daddario as Summer, Ilfenesh Hadera as Stephanie Holden, Dwayne Johnson as Mitch Buchannon, Zac Efron as Matt Brody and Jon Bass as Ronnie in the film, BAYWATCH by Paramount Pictures, Montecito Picture Company, FlynnPicture Co., and Fremantle Productions
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„Baywatch“ – Die Zeitlupen und roten Badeanzüge sind zurück!

Sommer, Sonne, Strand und schöne Menschen mit viel nackter Haut. Das verspricht der Trailer zum neuen „Baywatch“ Film von Regisseur Seth Gordon. Doch steckt noch mehr unter den roten Badeanzügen?

Schafft es Baywatch einen ähnlichen Erfolg wie die Jumpstreet Filme zu erlangen, oder muss der Film vor dem Ertrinken gerettet werden?

von Florian b.

Es ist die Ära der Spinn Offs, Franchise und Neuverfilmungen, die seit mehreren Jahren die Kinolandschaft heimsucht. Kein Alien, kein Terminator, kein Jurassic Park, noch nicht einmal Star Wars kann sich vor den Klauen der Hollywood Produzenten schützen, die entweder vorhaben den Zuschauern eine mediale Zeitreise zu verpassen, oder einfach mangels Ideen auch noch versuchen den letzten Rest Profit aus den sowieso schon ausgelaugten, ehemaligen Kassenschlagern zu quetschen.

(L-R) Kelly Rohrbach as CJ Parker, Alexandra Daddario as Summer, Ilfenesh Hadera as Stephanie Holden, Dwayne Johnson as Mitch Buchannon, Zac Efron as Matt Brody and Jon Bass as Ronnie in the film, BAYWATCH by Paramount Pictures, Montecito Picture Company, FlynnPicture Co., and Fremantle Productions
Das komplette Team BAYWATCH by Paramount Pictures, Montecito Picture Company, FlynnPicture Co., and Fremantle Productions

Da sich langsam aber sicher die Liste der kultigen Filme und Serien, welche noch nicht reanimiert und wie eine schlechte Version von Frankensteins Monster dem Publikum vorgeführt wurden, dem Ende entgegen neigt, war es auch abzusehen, dass irgendwann der Zeitpunkt kommt, an dem die 90er Jahre Serie Baywatch aus ihrem staubigen Grab geschaufelt wird. Schade nur, dass „The Hoff“ David Hasselhoff und Pamela Anderson ihre Strandfigur von damals nicht zu hundert Prozent gehalten haben.
Um im Jahre 2017 also feuchte Brüste und braun gebrannte Muskeln in knappen Badeoutfits über die Leinwände der Welt wackeln zu lassen, gebührt es Stars wie Dwayne „The Rock“ Johnson, Alexandra Deddario oder Zack Efron, die allesamt aussehen, als wäre ihnen zu spät aufgefallen, welchem Müll sie gerade ihr Gesicht (oder eher Körper) leihen. Immerhin erklärt das teure Staraufgebot, warum kein Budget mehr für zumutbare Effekte vorhanden war und Explosionen aussehen, als hätte sie ein Elfjähriger animiert. Verpackt wird der bunte Spaß in eine so hauchdünne Geschichte, dass sich vermutlich sogar keiner der zeigefreudigen Rettungsschwimmer trauen würde, diese überzuwerfen.

Mitch Buchannon (Dwayne Johnson) leitet ein Team von Rettungsschwimmern. Als er jedoch gezwungen wird Olympiasieger Matt Brody (Zack Efron) aus PR-Gründen in sein Team aufzunehmen, kippt die Stimmung. Brody entpuppt sich als versoffener Ex-Profi, der seiner alten Form hinterherjagt und das Team somit an seine Grenzen treibt. Als dann jedoch die Leiche eines Politikers an den Strand geschwemmt wird, müssen sie sich zusammenreißen.
Schnell kommen sie der Investorin Victoria Leeds auf die Schliche, die anscheinend Böses im Schilde führt. So weit zur innovativen Story, die sich die Autoren aus den Ärmeln geschüttelt haben. Aber hey, wenn wir mal ganz ehrlich sind, dann ist das doch alles nur Beiwerk. Wir wollen eine gelungene Komödie sehen und eine gute Zeit im Kino erleben. Das hat mit 21 und 22 Jumpstreet ja auch wunderbar funktioniert. Was sollte also bei Baywatch schief laufen? Wir haben eine kultige Serie, berühmte Schauspieler, schöne Menschen und wenn wir noch ganz viel Ironie und Witz verwenden, dann muss das Ganze ja ein Erfolg werden! – Falsch gedacht.

Zac Efron auf einem Jetski - ziemlich cool BAYWATCH by Paramount Pictures, Montecito Picture Company, FlynnPicture Co., and Fremantle Productions
Zac Efron auf einem Jetski BAYWATCH by Paramount Pictures, Montecito Picture Company, FlynnPicture Co., and Fremantle Productions

 

Baywatch ist die Titanic unter den Neuauflagen, da deren Untergang vermutlich ähnlich spannend und lustig vonstatten ging. Kein einziger Gag zündet. Alles, was halbwegs einen Lacher wert zu sein scheint, wurde bereits im Trailer verbraten und einem dank der überdimensionalen Werbekampanien so stark ins Hirn gemeißelt, dass das Humorzentrum ernsthafte Schäden davontragen haben könnte. Teilweise sind lustige Stellen so unnötig in die Länge gezogen, dass es fast schon unangenehm peinlich wird. Das Qualitätsmerkmal ist hier natürlich Humor unter der Gürtellinie und billiger Slapstick. Beides hat man aber durchaus schon besser und weitaus gelungener gesehen. Ohne die ein oder andere memorable Szene, wird der Film stellenweise daher so gähnend langweilig, dass man ganz vergisst, dass es sich ja hier eigentlich um eine actionreiche Komödie handeln sollte. Einzig und allein David Hasselhoffs Cameo Auftritt sorgt für einen kurzen Lichtblick. Ruft man sich dann aber wieder die glatt gebügelten Action Szenen ins Gedächtnis, schiebt sich die Wolke der Realität über das Sichtfeld und man fragt sich, was man für sein Eintrittsgeld nicht alles sonst noch hätte machen können. Übrig bleibt der Blick auf Hollywood Stars, die in Zeitlupe ihr Schiff gegen einen vernichtenden Eisberg fahren. Man würde ihnen gerne zurufen, dass weder Drehbuch, noch Effekte oder Drumherum als Rettungsring reichen werden, um sie vor dem sicheren Untergang zu bewahren – Schade.

Alexandra Daddario und Zac Efron BAYWATCH by Paramount Pictures, Montecito Picture Company, FlynnPicture Co., and Fremantle Productions
Alexandra Daddario und Zac Efron BAYWATCH by Paramount Pictures, Montecito Picture Company, FlynnPicture Co., and Fremantle Productions

Baywatch schafft es nicht den Spirit einer ironischen Hommage an seinen kultigen Vorgänger einzufangen und geht vermutlich als unlustigste Komödie 2017 in die Geschichtsbücher ein. Hinzu kommen leider noch grausige Effekte und ein übersexualisierter Rahmen. Da kann auch „The Hoff“ nichts retten.

Ach ja, und Pamela Anderson darf am Ende auch nochmal in die Kamera winken – Was für ein toller Tag am Strand!

 

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