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Aktuelles Alltag

Auslandssemester = Life-changer?

Ostern ist vorbei und das neue Semester steht vor der Tür. Es ist also die perfekte Zeit, um sich mit einem Themenfeld auseinander zu setzen, an dem niemand in der Uni vorbeikommt.

Topic of the day: Auslandssemester

Im Laufe seines Studiums wird jeder von uns einmal mit dem Thema konfrontiert, bei dem einen ist es verpflichtend, bei dem anderen freiwillig. Trotzdem muss sich jeder einmal die Frage stellen: Gehe ich für mindestens ein Semester ins Ausland oder lass‘ ich es bleiben?

Was hat mich motiviert?

In meinem BA habe ich keine Auslandserfahrung gesammelt, weil mir die Planung schlichtweg zu kompliziert und anstrengend erschien und ich meinen BA einfach so schnell wie möglich abschließen wollte. Ich habe damals in Paderborn studiert, das nicht umsonst als Paderboring bekannt ist… Anyway, am Anfang meines Masters habe ich mich dann gefragt: Was wäre das erste, was Du nach deinem Studienabschluss bereuen würdest? Planmäßig hätten ja nur noch 2 Jahre Studium vor mir gestanden, bevor der Ernst des Vollzeit-Arbeitnehmerlebens gestartet hätte, also eine nicht ganz unwichtige Frage. Und das Auslandssemester war das erste, was mir einfiel!

Es ist die einzige Möglichkeit vergleichsweise super easy in das Leben einer anderen Stadt und einer anderen Kultur tiefer eintauchen zu können. Klar, es gibt auch Trainees und Jobs, die Auslandsaufenthalte ermöglichen, aber ihr glaubt doch nicht wirklich, dass ihr neben einer mindestens 40-Stunde/Woche noch großartig Zeit hättet Menschen und Orte kennenzulernen, oder?!

Sicht auf die Prager Burg. Foto: Ann-Kathrin Maß.
Sicht auf die Prager Burg. Foto: Ann-Kathrin Maß.

Gesagt, getan: Kurz vor Ablauf der Bewerbungsfrist ging meine Bewerbung für die Stadt Prag beim International Office in Bonn ein! Eigentlich wollte ich nach Spanien oder Italien, aber da fehlten mir leider die Sprachkenntnisse, weshalb Prag als last minute-Lösung übrig blieb – zum Glück!

Wie sah die Planung aus?

Nach der Zusage für das Erasmus-Semester habe ich erstmal nicht viel vorbereiten oder planen können, weil ich mit G4 beschäftigt war. Und alle, die dieses Modul im MA Mewi belegt haben, wissen, dass man daneben nicht wirklich viel Zeit für sein Leben hat. Zwischendurch erfolgte die Anmeldung an der Prager Uni, wo mir auch die Möglichkeit gegeben wurde, mich für ein Studentenwohnheim zu bewerben. Und in Tschechien ist ein Platz garantiert, was bedeutete: Kein Stress mit Wohnungssuche im Ausland + 130 €/Monat in einer Metropole = Jackpot! Ansonsten habe ich nur noch für ein halbwegs pralles Konto gesorgt (durch eine unnormale Anzahl an Überstunden!), zwei Koffer organi- siert und dann ging es Anfang Februar auch schon los…

Wie war’s vor Ort?

Die ersten Wochen waren super anstrengend, weil man so viele Menschen kennenlernt und mit so vielen Eindrücken nahezu erschlagen wird. Aber meine Eingewöhnungsphase war sehr kurz, weil ich auf so vielen Ebenen einfach Glück hatte und das liegt zu einem Großteil an der sehr guten Betreuung in Prag!

Dächer der Goldenen Stadt. Foto: Ann-Kathrin Maß.
Dächer der Goldenen Stadt. Foto: Ann-Kathrin Maß.

Ich durfte beispielsweise an dem Kurs Global Communication teilnehmen, da er gut in mein Profil passte, obwohl er ausschließlich amerikanischen Austauschstudenten vorbehalten war. Und als Erasmusstudent stellen die Abschlussprüfungen auch kein größeres Problem dar. 😉

Im Wohnheim zu wohnen war ebenfalls eine epische Erfahrung aufgrund der Fülle an unterschiedlichsten Charakteren, denen ich dort über den Weg laufen durfte! Es erstaunt mich immer wieder, wie binnen kürzester Zeit aus komplett fremden Menschen Freunde geworden sind!

Würde ich es heute nochmal tun?

Ehrlicherweise muss ich zugeben, dass ich nicht besonders viel vom Semester erwartet habe. Das lag mit Sicherheit daran, dass ich ursprünglich nicht nach Prag wollte. Und aus seinem gewohnten Umfeld für eine gewisse Zeit auszusteigen ist auch kein leichter Schritt. Rückblickend bin ich für jede Sekunde, die ich in Prag verbringen durfte unendlich dankbar! Es war die bisher beste Erfahrung meines ganzes Studiums! Du lernst so viel über Dich selbst und erhältst die Möglichkeit mal mit Abstand zu deinem Alltag in Deutschland dein Leben zu betrachten. Das hat mich persönlich deutlich weiter gebracht!

Wenn man mir jetzt ein Ticket nach Prag in die Hand drücken und mir nochmal ein Semester angeboten würde, dann wären meine Koffer in Sekunden gepackt und ich schon auf dem Weg zum Flughafen! Ich vermisse Prag an jedem einzelnen Tag und ein Teil von mir wird für immer in dieser Stadt bleiben! Zum Glück fahre ich Ende Mai wieder hin, aber natürlich wird es nie wieder dasselbe sein wie in diesem Semester. Meine Empfehlung also: Auch wenn es teuer ist, auch wenn man einiges planen muss, auch wenn es am Anfang schwierig ist, es lohnt sich immer ins Ausland zu gehen, wenn man die Möglichkeit dazu hat. Lasst euch diese Chance also nicht entgehen, denn nach dem Studium wird das nicht mehr so einfach möglich sein. Also raus aus eurer Comfort Zone und rein ins Abenteuer!

One thought on “Auslandssemester = Life-changer?

  1. Ich muss ehrlich zugeben, dass Prag bisher ziemlich weit unten auf meiner Liste stand, weil die Stadt zwar schön aber nicht besonders spannend war, als ich vor zwei Jahren da war, aber du machst mich neugierig. Wobei man Urlaub und Ersasmus Semester vermutlich schwer miteinander vergleichen kann?

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